Oaxaca – Der Süden von Mexiko ist am Dienstag von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 lag vor der Pazifikküste des Bundesstaats Oaxaca, 23 Kilometer südlich der Ortschaft Crucecita, wie der seismologische Dienst am Dienstag mitteilte.

Der Ort gehört zur Gemeinde Huatulco und ist ein beliebtes Urlaubsziel. Auch in Mexiko-Stadt – rund 750 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt – war der Erdstoß zu spüren. Der seismologische Dienst meldete innerhalb von 24 Stunden mehr als 1.700 Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 5,5.

Rund 500 Wohnhäuser, 15 Gesundheitszentren, vier Schulen und vier archäologische Ausgrabungsstätten seien beschädigt worden, berichtete der Gouverneur Alejandro Murat am Dienstag Abend (Ortszeit). Die Behandlung von Covid-19 und anderen Krankheiten gehe in allen Krankenhäusern normal weiter.

Stromausfälle, Brände

Aus der Region wurden größtenteils leichte Schäden an Gebäuden gemeldet. Auf Fotos war zu sehen, dass in der Provinzhauptstadt Oaxaca de Juárez Steine von Dächern und Häuserfassaden abgebrochen und Mauern eingestürzt waren. Zudem fiel der Strom aus. In einer Raffinerie in Salina Cruz brach nach dem Beben ein Feuer aus. Der Brand sei schnell gelöscht worden, teilte der staatliche Ölkonzern Pemex mit. Das Unternehmen meldete einen Verletzten – Mexikos Zivilschutzbehörde berichtete von einem Pemex-Mitarbeiter unter den Todesopfern.

Menschen flüchteten massenweise auf die Straßen.
Foto: Reuters/CARLOS JASSO

In Mexiko-Stadt ertönte der Erdbeben-Alarm vormittags nach Angaben der Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum rund eine Minute, bevor die Erschütterungen zu spüren waren. Zahlreiche Menschen verließen ihre Häuser und brachten sich in Sicherheit. Rund 30 Gebäude wurden leicht beschädigt, wie Sheinbaum sagte. Es wurden Risse in Fassaden und zerbrochene Fensterscheiben gemeldet. Ein Krankenhaus wurde evakuiert. Vielerorts fiel auch in der Hauptstadt der Strom aus.

Mehr als 1.700 Nachbeben

Auch in den Bundesstaaten Guerrero, Veracruz, Puebla und Chiapas war das Beben zu spüren. Präsident Andrés Manuel López Obrador rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren und sich auf mögliche Nachbeben einzustellen. Der seismologische Dienst meldete innerhalb von 24 Stunden mehr als 1.700 Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 5,5. Die US-Behörden warnten vor einem möglichen Tsunami an der mexikanischen Küste, hoben die Warnung aber später auf.

Foto: Reuters/JORGE LUIS PLATA

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

Bei einem Beben der Stärke 7,1 kamen im September 2017 369 Menschen ums Leben, 228 davon in Mexiko-Stadt – damals lag das Epizentrum deutlich näher an der Hauptstadt. Das Unglück ereignete sich auf den Tag genau 32 Jahre nach dem stärksten Beben der jüngeren Geschichte, als 1985 in Mexiko-Stadt bei einem Erdstoß der Stärke 8,1 mindestens 10.000 Menschen gestorben waren. (APA, 24.6.2020)