Sorgen um die Familie, wenig Hoffnung für die Umwelt: düstere Befunde der aktuellen globalen Befragung der Millennials.

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Viel Stress und eine große Sehnsucht nach Sicherheit: So fassen die Berater von Deloitte ihre Befragung von 18.400 Millennials in 43 Ländern zusammen. Tatsächlich bringt dieser Blick auf die Mittzwanziger bis Frühdreißiger im Jobleben wesentlich mehr schlechte Nachrichten ans Licht als "ein bisschen Stress": Die Jungen sorgen sich extrem um ihre Zukunft. Sie haben wenig Hoffnung für die Umwelt. Sie schreiben Unternehmen kaum noch Glaubwürdigkeit zu. Corona hat diese Trends angesichts stark gestiegenen Beschäftigungsverlustes und unsicherer wirtschaftlicher Prognose erwartungsgemäß noch verstärkt: Die Hälfte der Befragten weltweit hat durch Covid-19 den Job verloren oder musste unbezahlt Urlaub nehmen.

In Österreich erscheinen die Jungen sogar noch bedrückter als im internationalen Durchschnitt: Fast die Hälfte sagt, dass ihre Generation tendenziell unglücklicher ist als die vorige Generation, sind also überzeugt, dass es ihnen schlechter geht. Besonders gestresst sind die Befragten durch Sorgen um die Familie und die künftige finanzielle Sicherheit – Verlust- und Abstiegsängste sind also sehr groß. Fast ebenso negativ blicken die Millennials auf das Klima: 44 Prozent bereitet der Klimawandel große Sorgen. Zwei Drittel halten die Umweltschäden für irreparabel.

Planeten retten

In Österreich glauben nur 15 Prozent der Millennials, dass die gegenwärtigen Anstrengungen im Bereich Umweltschutz zielführend sein können, international sind zumindest 40 Prozent von der Hoffnung beseelt, dass wir die Wende zur Planetenrettung doch noch schaffen können.

Die in vorangegangenen Studien oft ersichtliche Einschätzung "Meiner Umwelt geht es nicht gut, mir aber schon" ist sehr brüchig geworden: Die Millennials glauben jetzt nicht mehr, dass es sich für sie persönlich gut ausgehen wird: Nur 22 Prozent sind überzeugt, dass sie für die digitale Arbeitswelt die passenden Qualifikationen haben. 46 Prozent glauben in Österreich, dass sie "teilweise" die richtigen Qualifikationen haben, um künftig in der Jobwelt mitspielen zu können. Dass man es sich verbessern könne, dass das Gras irgendwo grüner sein könnte, auch das erscheint Millennials jetzt sehr unwahrscheinlich: 41 Prozent haben in den kommenden fünf Jahren sicher keinen Wechsel des Arbeitgebers vor.

Hart fällt die Abrechnung dieser Generation, die auf dem Weg in die machtvollen Positionen der Arbeitswelt ist, mit Unternehmen aus. Soziale Verantwortung, der vielzitierte Sinn in der Arbeit, gleiche Chancen – all diese Botschaften werden nicht (mehr) geglaubt: Nur 30 Prozent sehen "einen gesellschaftlichen Mehrwert" der Wirtschaft. (Karin Bauer, 25.6.2020)