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Paris/Amsterdam – Frankreich und die Niederlande haben sich über den Beitrag der Regierung in Den Haag zur Rettung der Fluggesellschaft Air France-KLM verständigt. Air France veröffentlichte am späten Donnerstagabend eine Erklärung auf ihrer Website, in der eine Summe von etwa 3,4 Milliarden Euro genannt wurde.

Der Verwaltungsrat der Fluggesellschaft habe ein Unterstützungspaket der Niederlande akzeptiert, teilte KLM am Freitag mit. So könne KLM die Coronakrise überwinden und sich auf die Zukunft vorbereiten. Das Büro des niederländischen Finanzministers Wopke Hoekstra lud für Freitag zu einer Pressekonferenz ein, um "Einzelheiten zum Hilfspaket für KLM" vorzustellen. Die Fluggesellschaft und das französische Finanzministerium lehnten Stellungnahmen ab.

Damit kann der Luftfahrtkonzern Air France-KLM in der Coronakrise mit Finanzhilfen von über 10 Milliarden Euro rechnen, die direkt vom Staat kommen oder staatlich abgesichert werden. Frankreich stützt die Schwestergesellschaft Air France mit sieben Milliarden Euro.

Treuhänder ohne Stimmrecht

Die Regierungen in Paris und Den Haag besitzen jeweils etwa 14 Prozent an Air France-KLM. Frankreich lehnte die Forderung der Niederlande nach einem Vertreter im Vorstand bisher aber ab, da es die Machtposition von Paris gegenüber der niederländischen Tochter schwächen würde. Nun solle ein Treuhänder ohne Stimmrecht in den Vorstand geschickt werden, um sicherzustellen, dass das niederländische Steuergeld ausschließlich der KLM zugutekomme, hieß es in den Kreisen. (APA, Reuters, 26.6.2020)