Jelena Isinbajewa setzt sich für die "sauberen" russischen Athleten ein.

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Moskau – Die frühere Weltklasse-Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa hat in einem offenen Brief von "sauberen und ehrlichen Athleten" an das Internationale Olympische Komitee (IOC) und World Athletics appelliert, Russland den Start bei den Spielen 2021 in Tokio zu ermöglichen. Es könne "keine kollektive Verantwortung" für den Fall Danil Lysenko geben, erklärte Isinbajewa.

Russische Funktionäre hatten Doping-Ermittlungen gegen den Hochspringer behindert. Daraufhin hatte der Leichtathletik-Weltverband nicht nur die seit 2015 bestehende Suspendierung des Landes aufrechterhalten, sondern auch die Zulassung neutraler Athleten (ANA) bei internationalen Wettkämpfen beschränkt und eine Geldstrafe von zehn Millionen Dollar (8,92 Mio. Euro) verhängt.

Die Zahlung der ersten Hälfte der Buße ist am Mittwoch fällig. Falls die Überweisung bis dahin beim Weltverband World Athletics nicht eingegangen ist, droht der Stopp des ANA-Verfahrens und eine Fortsetzung des russischen Banns.

"Kollektive Verantwortung"

Für Isinbajewa wäre dies eine "grobe Verletzung des Sportprinzips und der Rechte sauberer Athleten". "Uns die Möglichkeit zu nehmen, bei internationalen Wettbewerben aufzutreten, ist eine inakzeptable und übermäßige Bestrafung, bei der das Prinzip der kollektiven Verantwortung angewendet wird und wir gezwungen werden, die Verantwortung für die Missetaten Dritter zu tragen", erklärte sie.

"Wir können nicht zulassen, dass sich das Szenario von 2016, als uns die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio verwehrt wurde, wegen Fehlern wiederholt, die von einer bestimmten Gruppe unverantwortlicher Personen begangen wurden", schrieb die 38-jährige Olympiasiegerin von 2004 rund 2008 auf Instagram. (APA/dpa, 29.6.2020)