DER STANDARD

Geschwiegen wurde nur im Gehen, denn ganz ohne Reden ging der Wiener Schweigemarsch der Künstlerinnen und Künstler am Mittwoch doch nicht über die Bühne. Bei der Schlusskundgebung vor der Karlskirche war die Rednerliste dann sogar recht lang. Auf 700 bis 800 schätzten die Veranstalter am späten Nachmittag die Anzahl der Teilnehmer, deren Fluktuation allerdings sehr groß war.

Gestartet war man am Nachmittag an zwei Treffpunkten bei der Urania und am Schottentor. 22 Jahre nach dem "Umzug der Maroden", als die Künstler für ihr "Recht auf Arbeitsmöglichkeiten und soziale Absicherung" demonstrierten, wurde wieder die Ringstraße für Anliegen der Kulturschaffenden eingenommen, diesmal vor allem um auf die verheerenden Auswirkungen der Pandemie und die ausbleibende Unterstützung aufmerksam zu machen. Im Gespräch fordern Organisatoren und Teilnehmer finanzielle Hilfe, ein eigenes Kunst- und Kulturministerium und eine Verringerung der Auflagen für kulturelle Veranstaltungen. (APA, Andreas Müller, Ayham Yossef, 1.7.2020)