Juan Carlos Varela war in einen Schmiergeldskandal verwickelt.

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Ricardo Martinelli wird Veruntreuung vorgeworfen.

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Richter in Panama haben zwei Ex-Präsidenten des Landes die Ausreise verboten. Die beiden früheren Staats- und Regierungschefs Ricardo Martinelli (2009-2014) und Juan Carlos Varela (2014-2019) erschienen am Donnerstag in verschiedenen Korruptionsverfahren vor Gericht.

Die jeweiligen Richter untersagten ihnen, das Land zu verlassen, und ordneten an, dass sie sich einmal im Monat melden müssten. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft des mittelamerikanischen Landes mit.

Veruntreuung und Schmiergeldskandal

Martinelli wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit öffentliche Mittel veruntreut und für den Kauf eines Zeitungsverlags benutzt zu haben. Nach dem Gerichtstermin sagte der 68-Jährige, bei den Verfahren gegen ihn handle es sich um politische Verfolgung.

Varela gehört zu den vielen Politikern und Beamten des Landes, die in den Schmiergeldskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verstrickt sind. In dem Fall ist auch sein Amtsvorgänger Martinelli vorgeladen.

Abhöraktionen

Dieser war vor rund zwei Jahren aus den USA ausgeliefert worden. Dem millionenschweren Unternehmer wurde damals vorgeworfen, illegale Abhöraktionen gegen Oppositionelle, Unternehmer und Journalisten angeordnet zu haben. In dem Fall wurde Martinelli im vergangenen August freigesprochen.

Der brasilianische Baukonzern Odebrecht steht im Zentrum des wohl größten Korruptionsskandal Lateinamerikas. In der ganzen Region wird gegen Hunderte Politiker, Beamte und Geschäftsleute ermittelt. Insgesamt sollen 785 Millionen Dollar Schmiergeld geflossen sein. Vor vier Jahren war Panama zudem durch die Veröffentlichung der sogenannten Panama-Papers über Geldwäsche und Steuervermeidung international in die Schlagzeilen geraten. (APA, 3.7.2020)