180 aus Seenot gerettete Menschen sitzen auf der "Ocean Viking" nun fest.

Foto: AP / Flavio Gasperini

Rom – Die italienischen Behörden haben ein medizinisches Team an Bord des Rettungsschiffes "Ocean Viking" mit 180 Migranten gesendet. "Bisher wurde keine weitere Hilfe angeboten. Die Spannung an Deck steigt wieder", twitterte die Hilfsorganisation SOS Mediterranee am Samstag.

Die Crew der "Ocean Viking", die seit Tagen mit 180 Flüchtlingen an Bord im Mittelmeer unterwegs ist, hatte am Freitag den Notstand ausgerufen. Die Situation auf dem Schiff habe sich derart zugespitzt, dass die Sicherheit der Geretteten und der Besatzung nicht mehr gewährleistet werden könne, teilte SOS Mediterranee mit. Am Donnerstag seien zwei Männer über Bord gesprungen und dann vom Rettungsteam der "Ocean Viking" wieder geborgen worden. Viele der Überlebenden befänden sich in großer seelischer Not und litten unter Depressionen. An Bord gebe es Streit und auch körperliche Auseinandersetzungen.

Die Behörden in Italien und Malta hätten in den vergangenen Tagen alle Anfragen nach einem Anlegen in einem ihrer Mittelmeerhäfen abgelehnt. 44 Menschen hätten die Absicht geäußert, sich selbst und anderen Schaden zuzufügen, so die NGO. (APA, 4.7.2020)