Immer wieder organisieren 5G-Gegner auch Demonstrationen – so wie etwa hier in Los Angeles.

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Militante 5G-Gegner machen wieder einmal von sich reden. Alleine in Europa ist es bis Anfang Juni schon zu über 140 Brandangriffen auf Mobilfunkmasten in insgesamt zehn Ländern gekommen. Alleine 87 davon wurden in Großbritannien verzeichnet, dahinter liegen die Niederlande mit 30 Vorfällen.

In dieser Woche ist es in Limassol, mit rund 150.000 Einwohnern die zweitgrößte Ortschaft in Zypern hinter der Hauptstadt Nikosia, an drei Orten zu nächtlichen Vandalenakten gekommen, berichtet Associated Press.

Im Rahmen dieser Taten wurden vier Funkmasten schwer beschädigt. Schon im März waren drei Masten in Limassol angezündet worden, was sogar ein öffentliches Statement von Staatspräsident Nicos Anastasiades veranlasst hatte, in welcher er vor grundloser Angst vor 5G warnte.

Polizei verstärkt Patroullien

Solche Anschläge werden von Personen verübt, die im Glauben leben, dass 5G ein massives Strahlenrisiko darstelle oder gar in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 stehe. Für erstere Behauptung fehlt trotz wiederkehrender Angstmache bei der Einführung neuer Mobilfunksysteme der wissenschaftliche Nachweis, Zweitere ist eine völlig aus der Luft gegriffene Annahme basierend auf der Gleichzeitigkeit zwischen dem 5G-Ausbau mancherorts und dem Auftreten des Virus.

Infolge der jüngsten Anschläge werden nun Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. So soll der bauliche Schutz, sprich Zäune, rund um bestehende Funkmasten verstärkt werden und die Polizei wird die verstärkt Kontrollgänge an den Standorten machen.

5G in Zypern noch gar nicht startklar

Für die zyprischen Vandalen, die mit ihren Brandattacken den Mobilfunkempfang vieler Mitmenschen beeinträchtigen – eine Reparatur nimmt mitunter mehrere Wochen in Anspruch – war dies aber ohnehin vergebene Mühe. Denn bislang hat noch keiner der drei auf der Insel operierenden Provider überhaupt noch 5G-Equipment an seine Masten montiert.

Nicht einmal die Frequenzauktion hat bisher stattgefunden. Sie soll bis Jahresende abgehalten werden. Mit der Inbetriebnahme erster 5G-Antennen ist nicht vor 2021 zu rechnen. (gpi, 05.07.2020)