Palantir hat seine Aufnahme an die Börse beantragt.

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Jetzt ist es offiziell: Die umstrittene US-Software-Firma Palantir Technologies will an die Börse. Das Management hat bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC einen vorläufigen Antrag auf Börsenzulassung eingereicht, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Bereits Mitte Juni hatte es Berichte über einen möglichen Börsengang gegeben. Das Management hatte einen Börsengang lange abgelehnt.

Die Ankündigung von Palantir enthielt dabei keine weiteren Details wie etwa zu der angestrebten Bewertung. Das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtete am Montagabend, Privatinvestoren schätzten Palantir zuletzt auf rund 20 Milliarden US-Dollar (knapp 18 Mrd. Euro).

Bislang keine positive Bilanz

Palantir erwäge auch eine direkte Notierung an der Börse, um so Gebühren einzusparen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Diesen Weg hatten auch bereits der Musikdienst Spotify und der Büro-App-Anbieter Slack gewählt.

Palantir hatte Investoren immer wieder versprochen, das Unternehmen profitabel zu machen, konnte das aber wiederholt nicht einhalten. Bisher habe die Softwarefirma noch keinen Gewinn erzielt, so das WSJ. Der Umsatz lag laut zwei Investoren voriges Jahr unter 750 Millionen Dollar. Palantir erwarte heuer einen Umsatz von einer Milliarde Dollar und wolle erstmals die Gewinnschwelle erreichen, hieß es zuletzt laut Medienberichten. Palantir-Chef Alex Karp soll seinen Mitarbeitern erklärt haben, das Unternehmen verfüge über einen positiven Mittelzufluss, schreibt das WSJ weiter unter Berufung auf informierte Kreise.

Die Software von Palantir nutzen dutzende Strafverfolgungs- und Regierungsbehörden auf der ganzen Welt. Sie dient dazu, Daten über Bürger zu sammeln, um Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen. Mit Blick auf die Privatsphäre und mögliche Überwachung ist die Software umstritten.

Es gibt auch eine Österreich-Connection zu Palantir. Laura Rudas, die von 2007 bis 2014 für die SPÖ im Nationalrat saß und als Nachwuchshoffnung der Partei galt, heuerte sie im September 2015 bei dem Unternehmen an, wo sie für die Entwicklung des internationalen Geschäftsfelds verantwortlich ist. (APA, red, 07.07.2020)