Die Preise von Smartphones sind in den vergangenen Jahren immer weiter in die Höhe geschossen. Kostete ein Smartphone-Flaggschiff früher einige hundert Euro, schlagen Top-Geräte 2020 häufig mit deutlich mehr als 1.000 Euro zu Buche. Das heißt aber nicht, dass es immer ein sündteures Handy sein muss. Zahlreiche Einsteiger- und Mittelklassegeräte versprechen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit nur wenigen Abstrichen. Eine Sammlung.

Google Pixel 4A

The Verge

Googles neuestes Modell aus der Mittelklasse wird von US-Testern bereits in hohen Tönen gelobt: Es sei etwa "Googles bestes Smartphone" seit Jahren, findet der britische "Guardian". Das Gerät beeindruckt vor allem mit seiner Kamera, deren Fotos mit aktuellen, häufig mehr als doppelt so teuren Flaggschiffen mithalten können. Der Preis der Geräts liegt bei 349 Euro, dafür ist Googles Software im Einsatz, die gerade bei Nachtfotos beeindruckt. Sonst sind 128 Gigabyte Onboardspeicher und sechs Gigabyte RAM verbaut. Als Prozessor fungiert ein Snapdragon 730G, der Bildschirm löst mit 1.080 x 2.340 Pixeln auf. Google-typisch erscheint das Handy nicht offiziell in Österreich, wird aber voraussichtlich bald importiert werden können. In den USA erscheint das Gerät am 20. August.

Oneplus Nord

Foto: georg pichler

Vor allem für seine Spezifikationen wird das Oneplus Nord empfohlen: Ab 400 Euro gibt es einen Snapdragon 765G, dessen Leistung ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres-Spitzemodells Snapdragon 845 liegt, zusätzlich gibt es ein integriertes 5G-Modem, wobei ein solches in Österreich aktuell aufgrund des noch nicht weit fortgeschrittenen Ausbaus hierzulande wenig zum Einsatz kommen würde. Dazu gibt es 128 GB Speicher beziehungsweise acht Gigabyte RAM, der Bildschirm bietet eine Auflösung von 2.040 x 1.080 Pixel. Tester lobten bisher die Performance des Geräts, kritisierten aber vor allem die Kamerasensoren und das Postprocessing, wobei hier eine Nachbesserung via Software-Update erwünscht und zu erwarten ist. Ein STANDARD-Test erscheint in Bälde.

Huaweis Mittelklasse: Honor

Foto: georg pichler

Wer gerne ein Gerät aus dem Hause Huawei haben möchte, die Lite-Variante mit unterdurchschnittlicher Kamera aber lieber vermeiden will, sollte einen Blick auf Honor werfen. Das Honor 20 etwa, das mittlerweile für unter 400 Euro zu haben ist, liefert den hauseigenen Kirin 980 als Prozessor, sechs Gigabyte RAM und 128 Onboardspeicher. Dazu kommt ein IPS-LCD-Bildschirm mit einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel. Ebenfalls im Repertoire ist eine Hauptkamera mit vier Sensoren. Eine verfügt über 48 Megapixel und eine Weitwinkelperspektive, eine zweite kommt auf 24 Megapixel und hat ein Ultraweitwinkelobjektiv. Dazu kommen zwei Chips mit jeweils zwei Megapixel, die für Makroaufnahmen und Tiefenerfassung dienen – den STANDARD-Test zum Honor 20 können Sie hier nachlesen.

Immer noch eine der günstigsten Marken: Xiaomi

Foto: georg pichler

Nicht ohne Grund wird Xiaomi mit günstigen, guten Geräten assoziiert. Vor allem bei seinem Anstieg in den europäischen Markt setzte das Unternehmen auf Preis/Leistung – mittlerweile sind die Smartphones des chinesischen Herstellers zwar nicht mehr absolute Schnäppchen, allerdings finden sich immer noch einzelne Modelle, die eine Überlegung wert sind: etwa das aktuelle Mi 10 Lite, das mit einem Snapdragon 765G ausgestattet ist. Ansonsten verfügt das 6,6 Zoll große Gerät über einen OLED-Bildschirm, 6 Gigabyte RAM, 64 Gigabyte Onboardspeicher und ein Quadcam-Setup. Alternativ bieten sich das Mi 9T Pro und das Mi 9 aus dem vergangenen Jahr an. Den Test zum Mi 9 lesen Sie hier.

… Wenn es teurer sein darf: iPhone SE

Foto: AP

Eine Auflistung von Handyempfehlungen beinhaltet in den meisten Fällen ein iPhone. Und wenn nicht, dann liegt das oft an der Preisgrenze, die gesetzt wurde – so auch in diesem Fall. Das iPhone SE übersteigt 400 Euro nämlich – wer aber trotzdem ein Apple-Gerät haben möchte und bereit ist, zumindest 479 Euro auszugeben, bekommt ein solides Smartphone, das äußerlich dem iPhone 8 aus dem Herbst 2017 gleicht. Mit dem A13 Bionic verfügt das iPhone SE über einen der leistungsstärksten Chips auf dem Markt. Dazu kommen ein LCD-Bildschirm mit 4,7 Zoll sowie eine Kamera mit 12-Megapixel-Sensor. Abstriche gibt es im Vergleich zu den weitaus teureren Flaggschiffen allerdings beim Nachtmodus sowie bei der Frontkamera. Den Test können Sie hier nachlesen.

Android One: Nokia 7.2

Foto: nokia

Nokias Erfolgsrezept seit der Übernahme des finnischen Handyherstellers durch HMD Global liegt bei soliden Geräten mit möglichst unverändertem Android, regelmäßigen Updates und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. So auch das Nokia 7.2, das über einen – allerdings etwas in die Jahre geratenen – Qualcomm 660 mit 2,2 GHz verfügt. Mit an Bord sind 4 GB Arbeitsspeicher. Der Bildschirm ist 6,3 Zoll groß und löst mit 2.340 x 1.080 Pixeln auf. Das Gerät kann um rund 300 Euro erworben werden. Die Kamera bietet ein Triplecam-Setup mit 48 beziehungsweise fünf und acht Megapixel jeweils für Detailaufnahmen und Ultraweitwinkel. Bei gutem Tageslicht liefert das gute Bilder, im Dunkeln gehen allerdings Informationen verloren.

Der Neuankömmling aus China: Realme

Foto: georg pichler

Günstige, gute Geräte sind dieser Tage eher eine Seltenheit. Nun gibt es mit Realme einen Neuankömmling, der es in Sachen Preis/Leistung mit Xiaomi aufnimmt. So etwa mit dem Realme X2, dem Vorgänger des Realme X50, das von einem Snapdragon 855+ angetrieben wird. Dazu kommt ein 6,5 Zoll großer 90-Hertz-AMOLED-Bildschirm mit einer Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixel und eine Quad-Kamera mit 64, 13, acht und 16 Megapixeln (letzteres an der Front). Weiters verfügt das Gerät in seiner günstigsten Ausstattung unter 400 Euro über sechs Gigabyte RAM.

Die Spezifikationen sind damit nur zu einem kleinen Teil schlechter als jene des Realme X50 Pro – dabei handelt es sich um ein solides Gerät, wobei im STANDARD-Test vor allem die Kamera in Kritik geraten ist: Problematisch konfiguriertes Postprocessing und vor allem das Fehlen optischer Bildstabilisierung sorgen für mäßige bis deutliche (Nachtmodus) Qualitätsunterschiede, lautet das Fazit. In den meisten anderen Bereichen überzeugt es jedoch durchaus. (muz, 9.7.2020)