Spielberg – Nach dem frühen Ausfall beim WM-Auftakt hofft Max Verstappen beim Grand Prix der Steiermark am Sonntag auf ein besseres Ergebnis. Der Red-Bull-Pilot aus den Niederlanden hätte auch kein Problem, würde es diesmal in Spielberg regnen. "Ich mag es sehr, im Regen zu fahren", sagte der 22-Jährige vor dem zweiten Saisonrennen, in dem er bereits ziemlichen unter Druck steht.

Ob Andreas Gabalier auch gern bei Regen singt oder eher nicht, sei dahingestellt, jedenfalls wird der Volks-Rock'n'Roller unmittelbar vor dem Start das Dachsteinlied zum Besten geben. Natürlich ist es für den bescheidenen, begabten und beliebten Burschen eine "große Ehre, beim Großen Preis der Steiermark die steirische Landeshymne in einer neu eingespielten Version zum Besten geben zu dürfen", so Gabalier.

Grillen und Joggen

Verstappen sollte nach seinem Nuller am vergangenen Sonntag diesmal auch liefern, mehr als acht Rennen stehen derzeit nicht am Plan. "Wenn so wenige Rennen im Kalender sind, ist ein Ausfall doppelt schade", ist ihm bewusst. In der Pause zwischen den beiden Grands Prix war Verstappen in der "wunderschönen" steirischen Landschaft joggen, zudem gab es eine wegen Corona interne Grillerei mit dem Team.

Verstappen gehört zu den wenigen, die sich für den Sonntag Regen wünschen.
Foto: AP/ Joe Klamar

Auch Mitte der Woche war noch unklar gewesen, was genau die RB16 beim ersten Saisonrennen gestoppt hatte. Die inkriminierten Teile wurden in der kurzen Pause nach Japan geflogen und untersucht. Ob auch bei Red Bull die hohen und für Spielberg so typischen Strecken-Randsteine Sensoren oder andere sensible Autobauteile zum "Spinnen" gebracht hatten, war vorerst unklar.

Klar war aber, dass Red Bull sowohl mit Verstappen als auch Alex Albon das Rennen anstelle von Mercedes-Pilot Valtteri Bottas gewinnen hätte können. "Gleich nochmals auf der gleichen Strecke fahren zu können steigert die Chance, das Auto besser zu verstehen und besser vergleichen zu können", hofft Verstappen, dass es beim zweiten Anlauf am Sonntag besser läuft für das Gastgeber-Team.

Regen als Steighilfe auf der Karriereleiter

Dass sich der junge Holländer Regen wünscht, ist verständlich. Letztlich hatte seinerzeit Verstappens Regen-Performance in der Formel 3 dazu geführt, dass er als Super-Talent von Mastermind Helmut Marko engagiert und über einen kurzen Halt im Junior-Team von Red Bull direkt in die Formel 1 gehievt worden war.

"Schaut ganz so aus, als ob es regnen könnte am Wochenende", frohlockte Verstappen vor dem nächsten Auftritt auf dem Red Bull Ring. Regen würde nach dem trotz trockener Piste ausfallsreichen WM-Auftakt eine zusätzliche Komponente in den Kampf der Formel-1-Teams zu Saisonbeginn bringen. "Ich bin überzeugt, keiner weiß, wie stark er ist, wenn es auf der Strecke nass ist", ist Verstappen überzeugt. "Das wird also interessant."

Verstappen könnte eine nasse Strecke helfen, nach der vergebenen Siegchance am vergangenen Sonntag endlich anzuschreiben. 2020 ist das letzte Jahr, in dem der jüngste Formel-1-Pilot der Geschichte auch jüngster Weltmeister aller Zeiten werden kann. "Nach diesem verpatzten Wochenenden wird es sicherlich noch schwieriger", ist Verstappen klar. "Noch ist nichts vorbei. Aber kommendes Wochenende muss ich endlich Punkte holen." (APA, red, 9.7.2020)

Programm Formel-1-Grand Prix der Steiermark in Spielberg (71 Runden a 4,318 km):

FREITAG (9. Juli):

9.35: Training Formel 3
11.00: 1. Freies Training Formel 1
12.55: Training Formel 2
14.05: Qualifying Formel 3
15.00: 2. Freies Training Formel 1
17.00: Qualifying Formel 2
17.55: Training Porsche Supercup

SAMSTAG (11. Juli):

10.25: 1. Rennen Formel 3 (24 Runden)
12.00: 3. Freies Training Formel 1
13.30: Qualifying Porsche Supercup
15.00: Qualifying Formel 1
16.45: 1. Rennen Formel 2 (40 Runden)

SONNTAG (12. Juli):

9.45: 2. Rennen Formel 3 (24 Runden)
11.10: 2. Rennen Formel 2 (28 Runden)
12.25: Rennen Porsche Supercup (17 Runden)
13.20: Formel-1-Pilotenpräsentation
14.54: Steirische Landeshymne
15.10-17.10: Formel 1 Grand Prix von Österreich (71 Runden oder 120 Minuten)

Streckendaten Red Bull Ring:

Länge: 4,318 km
Kurvenanzahl: 10
Seehöhe: 677 m
Höhenunterschied: 65 m
Maximale Steigung: 12 Prozent
Maximales Gefälle: 9,3 Prozent
Breite der Strecke: 12-13 m
Rundenrekord: 1:06,957 Min. (232,160 km/h Schnitt) Kimi Räikkönen (FIN) 2018