Ex-Präsidentin Park bei einer Verhandlung im Vorjahr.

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Seoul – Drei Jahre nach ihrer Amtsenthebung ist die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye bei einer Neuverhandlung erneut zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Das Obergericht in Seoul reduzierte am Freitag allerdings die Strafen, die sie zuvor schon wegen Korruption und Machtmissbrauchs sowie in einem separaten Prozess wegen Vorteilsnahme im Amt erhalten hatte, um zehn auf 20 Jahre.

Die Ex-Präsidenten aus der konservativen Partei habe die ihr von der Verfassung auferlegten Pflichten nicht erfüllt und dabei Verbrechen begangen, wodurch sie ein großes Durcheinander in die Staatsangelegenheiten gebracht habe, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap das Gericht. Park war während ihrer Regierungszeit in einen massiven Skandal verwickelt, der im März 2017 zu ihrer Amtsenthebung führte.

Unter anderem geht es dabei um die Einflussnahme einer guten Freundin Parks, Choi Soon-sil, die unter anderem als deren spirituelle Beraterin fungiert habe. Choi soll dabei zahlreiche Staatsgeheimnisse erfahren habe und unrechtmäßig Einfluss auf Park ausgeübt haben. Zudem soll sie Gelder von Großkonzernen erhalten haben, in deren Sinne Park dann agierte. Der Skandal um beides sorgte für massive Proteste, die später in die Amtsenthebung mündeten. Einer der größten Kritiker Parks war der damalige Bürgermeister Park Won-soon, der am Donnerstag verstorben ist. (red, APA, 10.7.2020)