"Black Lives Matters"-Schriftzug vor dem Trump-Tower in New York.

Foto: Yuki Iwamura / AP

Die Black-Lives-Matter-Bewegung hat auch unter Softwareentwicklern zu Diskussionen über die von ihnen verwendeten Begriffe geführt. Und das größte Open-Source-Projekt der Welt will sich dabei nun von diversen als problematisch kritisierten Begriffen verabschieden – und stattdessen auf eine inklusive Terminologie setzen.

Beschluss

Künftig sollen in der Linux-Entwicklung zwei Begriffe nicht mehr eingesetzt werden: "Slave" (also: "Sklave") sowie "Blacklist" – als Gegensatzpaar zu Whitelist. Eine entsprechende Änderung der Code-Richtlinien wurde vor rund einer Woche vorgeschlagen, und nun auch von Linux-Erfinder Linus Torvalds offiziell aufgenommen.

Damit müssen die Entwickler für neuen Code nun andere Begriffe finden. Als Alternative für master/slave verweist man etwa auf "primary/secondary" (primär/sekundär) oder "initiator/target" (Auslöser/Ziel). Statt blacklist/whitelist raten die Entwickler wiederum zu "denylist/allowlist" oder "blocklist/passlist". Welche davon die einzelnen Entwickler wählen, bleibt ihnen überlassen.

Ausnahmen

Zudem bezieht sich diese Änderung nur auf neuen Code, eine große Umarbeitung des bestehenden Codes ist also nicht geplant – oder zumindest nicht vorgeschrieben. Ausnahmen gibt es zudem für Hardware oder Protokollspezifikationen, die diese Terminologie vorschreiben und somit aus Kompatibilitätsgründen übernommen werden müssen.

Branchenweite Diskussion

Das Linux-Kernel-Projekt ist dabei nicht das einzige, das derzeit über den Umgang mit solchen Begriffen diskutiert. So haben zahlreiche große Softwarehersteller wie Google und Microsoft bereits entsprechende Änderungen in ihren Projekten angekündigt. Gleichzeitig stimmen nicht alle dieser Vorgehensweise zu. Neben jenen, die in diesen Begriffen generell kein Problem sehen, werfen andere den Projekten vor, hier nur reine Signalpolitik zu betreiben, anstatt echte Änderungen für mehr Inklusion vorzunehmen. (apo, 12.07.2020)