Freischwebend im Weltraum – so wollen wir das James-Webb-Teleskop endlich sehen. Aber es dauert noch ein bisschen länger.
Foto: AP/Northrop Grumman/NASA

Zweimal ist der Start der Sonde Al-Amal, die die Vereinigten Arabischen Emirate zum Mars schicken wollen, bereits verschoben worden: Die Wetterbedingungen am japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima waren zu ungünstig. Geplant war der Start ursprünglich für Dienstag um 22.51 Uhr MESZ gewesen – nun gab der für die Trägerrakete zuständige japanische Mitsubishi-Konzern als neuen Starttermin Montag kommender Woche bekannt.

Im Februar 2021 soll die Sonde nach sieben Monaten ihre Umlaufbahn um den Roten Planeten erreichen. Ziel der Mission sei es, ein vollständige Bild des Mars-Klimas über ein komplettes Mars-Jahr hinweg zu erfassen, hatte die Emirates Mars Mission (EMM) zuvor mitgeteilt. Die 1.350 Kilogramm schwere Raumsonde soll unter anderem die Atmosphäre des Planeten sowie Wetterveränderungen und den Wechsel der Jahreszeiten beobachten.

Nach dem Start – so er diesmal stattfindet – lassen die nächsten Kandidaten im aktuellen Run auf den Mars nicht lange auf sich warten: Die chinesische Mission Tianwen-1 soll frühestens am 23. Juli starten, der neue NASA-Marsrover Perseverance voraussichtlich am 30. Alle wollen das aktuell besonders günstige Startfenster ausnutzen: Mit rund 55 Millionen Kilometern kommt der Mars der Erde so nah wie nur alle 26 Monate.

Was lange währt ...

Auf eine schon wesentlich längere Geschichte der Verzögerungen blickt indes das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA zurück, das gerne als "designierter Nachfolger des Hubble-Teleskops" bezeichnet wird. Sein Start war ursprünglich für 2018 geplant gewesen und hat sich seitdem immer wieder hinausgezögert.

Und dieser Geschichte wurde nun weiteres Kapitel hinzugefügt: Aufgrund technischer Schwierigkeiten und von der Coronavirus-Pandemie verursachter Komplikationen peilt die NASA nun erst den 31. Oktober 2021 als Startdatum an. Zuletzt hatte die Behörde noch auf einen Start im März 2021 gehofft.

Trost bietet immerhin ein Blick auf jenes Teleskop, das von James Webb zwar nicht abgelöst, aber in seiner Leistungsstärke deutlich übertroffen werden soll: Auch Hubble hatte seinerzeit einen Stolperstart – und was ist daraus geworden! (red, 17. 7. 2020)