Trumps Corona-Berater Anthony Fauci spricht von "vernünftigen Leuten" im Weißen Haus. Diese würden verstehen, dass Angriffe auf ihn keinen Sinn machten.

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"Augenscheinliche Familienverbünde" im Kleinwalsertal.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Schlachtbetrieb im niederösterreichischen Bezirk Horn meldet mittlerweile 34 Infizierte.
  • Die Zahl der Infizierten im Wiener Neustädter Freikirchen-Cluster ist auf neun gestiegen. Die Glaubensgemeinschaft hat alle ihre Kirchen in Österreich geschlossen.
  • Die für August angepeilte Lockerung für Nachtgastronomie kommt angesichts steigender Infektionszahlen nicht.
  • Von der Ein-Meter-Regel seien laut Innenministerium Tätigkeiten im Wirkungsbereich der Organe von Gesetzgebung und Vollziehung ausgenommen. Demnach habe die Abstandsregel für Kanzler Sebastian Kurz bei seinem umstrittenen Besuch im Kleinwalsertal nicht gegolten.
  • In den USA hat der Seuchenexperte Anthony Fauci, der auch US-Präsident Donald Trump in Sachen Corona berät, einen "Reset" gefordert. Man müsse es nun ein paar Wochen lang "richtig machen", um das Virus zu bekämpfen.
  • Die AUA kappt nach dem Erlass von Landeverboten wieder viele Flüge bis Ende Juli, auch der Transfer leidet. Vor allem Ziele auf dem Balkan und in Nordeuropa sind gestrichen. Die österreichische Reisewarnung für die Lombardei fällt indes.
  • Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser ist noch bis einschließlich Freitag in Heimquarantäne. Der SPÖ-Politiker hatte Kontakt zu einer Frau, die später positiv auf Covid-19 getestet worden ist.
  • Die Wiener Linien haben seit Anfang Juli circa sechzig Strafen verhängt, weil Fahrgäste die Maskenpflicht ignoriert hatten.
  • Tokio ruft angesichts neuer Corona-Fälle die höchste Warnstufe aus, Experten warnen vor einer erneuten Ausbreitung des Virus in Japans Hauptstadt. In Israel steht offenbar ein neuer Lockdown vor der Türe.
  • In den USA hat sich der Gouverneur von Oklahoma, Kevin Stitt, mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die Regierung in Portugal hat ihre Corona-Auflagen für die Metropolregion Lissabon bis mindestens Ende Juli verlängert.
  • US-Forscher haben die Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten des Pharmakonzerns Moderna bestätigt.
  • Französische Forscher haben erstmals nachgewiesen, dass sich Babys in seltenen Fällen über die Plazenta im Mutterleib mit Covid-19 infizieren können.

Infektionen in Schlachthaus im Bezirk Horn

Die Corona-Fallzahlen in Österreich steigen weiter. In einem Schlachtbetrieb in Eggenburg im niederösterreichischen Bezirk Horn sind 34 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Das Unternehmen teilte mit, ein Mitarbeiter habe Symptome gezeigt, sich an die Hotline 1450 gewandt und sei im Anschluss positiv auf das Coronavirus getestet worden. Eine bereits geplante Screening-Maßnahme sei schließlich vorgezogen worden und habe die Infektionen bekanntgemacht.

244 Mitarbeiter des Unternehmens seien abgesondert worden, sagte Gesundheitslandesrätin Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Mittwochvormittag. Das sei "quasi eine Schließung", eine behördliche Sperrung des Unternehmens liege jedoch nicht vor. Eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen bereits seit März auf verstärkte Hygienemaßnahmen gesetzt.

Neun Fälle in Wiener Neustädter Freikirchen-Cluster

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Coronavirus-Fälle im Umfeld der Wiener Neustädter "Pfingstkirche Gemeinde Gottes". Sie beträgt nun neun Infektionen. Der Landessanitätsstab spricht auch hier nunmehr von einem Cluster. Die Testung von insgesamt 270 abgesonderten Kontaktpersonen war am Vormittag weiter im Gange.

Nach dem Bekanntwerden der Fälle hat die Glaubensgemeinschaft alle ihre Kirchen in Österreich geschlossen. Befristet sei dieser Schritt vorerst bis Monatsende, sagte Ion Paduretu, der Sprecher der Dachorganisation der Pfingstkirchen in Österreich. Aktuell werden die Gottesdienste online übertragen. Wie auch der ORF Niederösterreich berichtete, zählt die betroffene Freikirche in Wiener Neustadt hierzulande zu den größten Häusern der "Pfingstkirche Gemeinde Gottes". Paduretu zufolge gibt es 650 erwachsene Mitglieder; zählt man Kinder und Jugendliche mit, gehören der Gemeinschaft etwa 1.300 Menschen an. In ganz Österreich gibt es dem Sprecher zufolge 37 Gemeinden, die bundesweite Gesamtmitgliederzahl beziffert Paduretu mit 16.200.

Weiterhin keine Lockerungen für Nachtlokale

Angesichts steigender Infektionszahlen wird die in Aussicht gestellte Lockerung für die Nachtgastronomie ebenso wie eine Verlängerung der Sperrstunde bis 4.00 Uhr ab 1. August verschoben. Erst Ende Juli soll entschieden werden, ob die Nachtlokale ab 15. August aufsperren dürfen. Seitens des Gesundheitsministeriums hieß es in einer Stellungnahme, dass die "derzeitige epidemiologischen Lage in Österreich weitere Öffnungsschritte aktuell nicht zulässt".

Stefan Ratzenberger, Sprecher des Verbands Österreichische Nachtgastronomen, kritisierte, dass es in Österreich "jeden Tag illegale Partys" gebe, die Nachtgastronomie aber nicht aufsperren dürfe. Er forderte vom Innenministerium, dass gegen illegalen Veranstaltungen vorgegangen werde. Auch habe bereits ein Partytourismus gestartet– etwa in die Slowakei. Dort dürfe bis 4.00 Uhr offen sein, in der Schweiz bis 6.00 Uhr. Ratzenberger erneuerte seine Forderung nach einem rückwirkenden hundertprozentigen Ersatz der Fixkosten.

Kleinwalsertal: Kurz war von Abstandsregel ausgenommen

In Zusammenhang mit dem Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Kleinwalsertal Mitte Mai haben die Neos eine Anfrage an den Innenminister gestellt. Mit der Antwort Karl Nehammers (ÖVP) sind sie nicht zufrieden. Die Behörde erklärte nämlich, dass die Polizei in Vorarlberg damals keine offensichtlichen Verstöße wahrgenommen habe – und dass die Abstandsregel für den Kanzler nicht gegolten habe.

Als Kanzler Kurz Mitte Mai das Kleinwalsertal besuchte, sprach die SPÖ von "Skandalbildern", die FPÖ vom "Lebensgefährder Kurz", und die Neos drohten mit einer Anzeige wegen Verletzung der Abstandsregeln. Zwei Monate später stellt sich heraus, dass es – trotz zehntausender Corona-Strafen im ganzen Land – im Kleinwalsertal für niemanden Konsequenzen gibt. Der Grund: Laut Polizei habe damals das Kanzlerpublikum aus lauter Familien bestanden.
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Bei den eng beieinanderstehenden Menschen habe es sich augenscheinlich um Familienverbünde gehandelt. Zudem sehe die Lockerungsverordnung vor, dass die Ein-Meter-Regel "nicht für Tätigkeiten im Wirkungsbereich der Organe der Gesetzgebung und Vollziehung" gelte. Es habe am betreffenden Abend auch keine Anzeige wegen Verstößen gegen diese Verordnung beziehungsweise gegen das Covid-19-Maßnahmengesetz gegeben.

Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker reagierte empört: "Während einzelne Personen im Park kontrolliert und, wie wir heute wissen, zu Unrecht bestraft wurden, fand man es nicht notwendig, eine Menschentraube im Kleinwalsertal aufzulösen oder zu überprüfen, in welchem Naheverhältnis die Personen zueinander standen. Hauptsache, der Kanzler kann bejubelt werden."

Fauci fordert "Reset" im Kampf gegen Corona-Epidemie

Der Seuchenexperte und US-Regierungsberater Anthony Fauci hat im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie in den USA einen teilweisen Neuanfang gefordert. Es müsse "der Reset-Knopf gedrückt" werden, sagte Fauci in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des Magazins "The Atlantic" zur Frage, was besser gemacht werden könne. "Ich meine damit nicht, dass alle einen Lockdown vollziehen." Man müsse vielmehr "eine Auszeit nehmen" und dafür sorgen, dass an einem Strang ziehen. Wenn die nun von hohen Fallzahlen betroffen Bundesstaaten beschließen würden, es einige Wochen lang richtig zu machen – etwa mit einer Maskenpflicht – "garantiere ich, dass diese Zahlen fallen würden".

Fauci sprach zudem von einem "etwas bizarren" Versuch von einigen Mitarbeitern des Präsidialamts, ihn zu diskreditieren. "Ich glaube, wenn Sie mit vernünftigen Leuten im Weißen Haus reden, erkennen diese, dass es ein schwerwiegender Fehler von ihnen war, weil es nur auf sie zurückfällt", erklärte er. "Und ich glaube nicht, dass das ihre Absicht war." Fauci berät nach eigenen Angaben Präsident Donald Trump inzwischen nicht mehr direkt, sondern über Vizepräsident Mike Pence.

AUA stoppt Flüge Richtung Balkan und Chicago, Lombardei wieder bereisbar

Die Regierung hat am Dienstag die Liste jener Staaten verlängert, aus denen wegen der Corona-Pandemie keine Flugzeuge in Österreich landen dürfen. Das trifft die AUA auf zahlreichen Strecken, die ab Donnerstag bis Monatsende gestrichen werden müssen. Die Landeverbote werden laut AUA aber auch für das restliche Streckennetz Folgen haben, da auf den betroffenen Routen auch viele Transferpassagiere reisen, erklärte die Airline am Mittwoch. Wegen der Ausweitung des Landeverbots streicht die AUA zudem ihre Chicago-Flüge von 16. bis 31. Juli, da diese Flüge auf Transit-Passagiere angewiesen seien.

Ab Donnerstag dürfen unter anderem aus folgenden Ländern keine regulären Flüge mehr in Österreich landen: Ägypten, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien und Serbien. Zudem wurden unter anderem die Landeverbote für Maschinen aus Großbritannien, Schweden und der Ukraine verlängert. Die Verordnung gilt bis 31. Juli. Folgende Ziele ab Wien werden daher vorerst gestrichen: Belgrad, Bukarest, Kairo, Kiew, London, Podgorica, Prishtina, Sarajevo, Sibiu, Skopje, Sofia, Stockholm, Tirana und Warna. Passagiere, die nicht umbuchen können oder wollen, können eine Rückerstattung auf der AUA-Website beantragen.

Auch Busse aus dem Westbalkan sollen – zumindest in Oberösterreich – verstärkt kontrolliert werden. Das teilte die Landesregierung mit. Örtliche Gesundheitsbehörden werden das Tragen von Mund-Nasen-Schutz, die Einhaltung des Mindestabstands sowie das Mitführen eines ärztlichen Attests überprüfen.

Aufgehoben wird hingegen ab Mitternacht auf Donnerstag die partielle Reisewarnung für die italienische Provinz Lombardei, so das Außenministerium. Die epidemiologische Entwicklung in der Provinz, die als erste und besonders hart von der Pandemie betroffen war, lasse diesen Schritt nunmehr zu, erklärte eine Sprecherin von Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP).

Quarantäne für Kärntens Landeshauptmann bis Freitag

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) darf ab Samstag wieder aus dem Haus. Er ist seit vergangenem Freitag in Heimquarantäne. Laut Landespressedienst endet die häusliche Absonderung mit Freitag, 24.00 Uhr. Der entsprechende Bescheid wurde Kaiser am Mittwoch zugestellt. Er hatte am 8. Juli bei einer Dekretverleihung Kontakt zu einer Frau gehabt, die später positiv auf Covid-19 getestet wurde. Zwei Tests bei Kaiser sind seither negativ ausgefallen.

Kaiser betonte angesichts vermehrter Nachfragen und vor allem in sozialen Medien aufgetauchter Spekulationen und Vorwürfe in der Aussendung, die Anzahl der Tests sei vom Magistrat Klagenfurt vorgeschrieben worden, ebenso die Dauer der Heimquarantäne. Er halte sich selbstverständlich daran, was im Bescheid vorgeschrieben werde.

Wiener Linien verhängten bisher an die 60 Strafen

Die Wiener Linien haben bisher fast 60 Strafen gegen Fahrgäste verhängt, die den Mund-Nasen-Schutz in den öffentlichen Verkehrsmittel nicht getragen haben. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte entsprechende Medienberichte. Zahlen mussten Passagiere, bei denen eine Ermahnung nichts nutzte. Die Nichteinhaltung der Maskenpflicht kostet 50 Euro. Es werden jedoch nur Personen zur Kasse gebeten, die Aufforderungen ignorieren oder das Sicherheitspersonal sogar beschimpfen, wie der Sprecher betonte. Insgesamt wurden bereits 12.500 Personen in den Zügen und Bussen der Wiener Linien darauf angesprochen. In vielen Fällen wurde der Schutz nicht ordnungsgemäß getragen – also die Nase nicht bedeckt.

Nur in Fällen wie bei dieser Demo im April in Israel darf die Nase bei der Maske herausschauen. Das sagen auch die Wiener Linien und kontrollieren, ob sich alle daran halten.
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Lockdown in Lissabon, Lockdown-Warnung in Israel, Warnstufe in Tokio

Wegen anhaltender Infektionsherde hat die portugiesische Regierung ihre Corona-Auflagen für die Metropolregion Lissabon bis mindestens Ende Juli verlängert. Fast im gesamten Land mit Ausnahme von Lissabon und seiner Umgebung gingen die Neuinfektionen zurück, begründete die Regierung ihre Entscheidung nach einer Dringlichkeitssitzung am Dienstagabend.

Die Auflagen waren bereits Anfang Juli für den gesamten Großraum Lissabon und insbesondere für 20 Vororte im Norden der Hauptstadt eingeführt worden. Die rund 700.000 Einwohner der Vororte dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen und dringende Einkäufe zu erledigen. Portugal mit seinen zehn Millionen Einwohnern hat bisher insgesamt 47.000 bestätigte Infektions- und 1.700 Todesfälle.

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen hält Israels Gesundheitsminister einen weiteren Lockdown in dem Land für kaum noch vermeidbar. Er hoffe, dass die zuletzt ergriffenen Maßnahmen wie die Begrenzung der Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen zu niedrigeren Infektionszahlen führten, sagte Juli Edelstein am Mittwoch dem Nachrichtenportal "ynet". Wenn dies so komme, dann könne eine Lockdown-Entscheidung verschoben werden. "Wir müssen drei bis vier Tage abwarten, um zu schauen, aber es würde einem Wunder gleichkommen." Einem früheren "ynet"-Bericht zufolge hat Edelstein eine rote Linie bei 2.000 Neuinfektionen pro Tag gezogen. Premier Benjamin Netanjahu kündigte unterdessen eine Einmalzahlung an alle Israelis an: Alleinstehende sollen umgerechnet 190 Euro erhalten, Familien mit Kind 510 – solche mit mehr Kindern 640 oder 770. Im Finanzministerium ist das Vorgehen laut Meldungen umstritten.

Aufgrund einer steigende Zahl an Neuinfektionen haben die Behörden in Tokio die höchste Warnstufe ausgerufen. Das Coronavirus scheine sich wieder auszubreiten, sagte Gouverneurin Yuriko Koike am Mittwoch nach einem Expertentreffen. Den Experten zufolge steigen die Infektionszahlen vor allem bei jungen Menschen, in Szenevierteln, Familien und am Arbeitsplatz. Trotz der höchsten Alarmstufe bleiben die Geschäfte zunächst geöffnet, auch Veranstaltungen werden nicht verschoben. Bereits im April gab es trotz eines landesweiten Ausnahmezustands keine Ausgangssperren oder ähnlich strikte Verbote wie in anderen Ländern.

Der Gouverneur des US-Staats Oklahoma, Kevin Stitt, hat sich mit Coronavirus infiziert. Es gehe ihm insgesamt gut, aber ein Corona-Test sei positiv ausgefallen, sagte Stitt am Mittwoch. Unter den 50 Gouverneuren der US-Bundesstaaten ist die Infektion des Republikaners der erste bestätigte Corona-Fall.

US-Impfstoffkandidat mit gewünschten Ergebnissen

US-Forscher bestätigen in einer Studie die Wirksamkeit eines Impfstoffkandidaten des Pharmakonzerns Moderna gegen Covid-19. Bei allen 45 gesunden Teilnehmern habe der Impfstoff eine gewünschte Immunabwehr hervorgerufen, berichten die Wissenschafter im "New England Journal of Medicine".

Bei keinem Probanden seien schwerwiegende Nebenwirkungen aufgetreten, aber mehr als die Hälfte habe über leichte oder mäßige Reaktionen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen oder Schmerzen an der Injektionsstelle berichtet. Die US-Regierung unterstützt den Impfstoff von Moderna mit fast einer halben Milliarde Dollar und hat ihn als eine der ersten großangelegten Studien im Kampf gegen das Coronavirus am Menschen zugelassen.

Übertragung auf Kind bei Schwangerschaft nachgewiesen

Ärzte in Frankreich haben erstmals die Übertragung des Coronavirus von einer schwangeren Frau auf ihr ungeborenes Kind nachgewiesen. Ein im März geborener Bub habe nach der Geburt unter Hirnschwellungen und neurologischen Symptomen gelitten, wie sie bei Erwachsenen mit Covid-19 auftreten, erklärten die Ärzte in einer am Dienstag publizierten Studie im Fachmagazin "Nature Communications".

Frühere Forschungen hatten bereits auf die wahrscheinliche Übertragung des Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind hingewiesen, konkrete Nachweise gab es jedoch nicht. "Wir haben gezeigt, dass die Übertragung von der Mutter auf den Fötus über die Plazenta in den letzten Wochen der Schwangerschaft möglich ist", sagte der Leiter der Studie, Daniele De Luca. Die Übertragung auf das ungeborene Kind sei aber sehr selten. De Luca arbeitet im Antoine-Béclère-Krankenhaus in der Nähe von Paris.

Die Studie weise vor allem nach, wie es zu einer Übertragung im Mutterleib kommen könne, sagte Andrew Shennan, Professor für Geburtshilfe am King's College London. Frauen könnten jedoch sicher sein, dass "eine Schwangerschaft mit Covid-19 kein signifikanter Risikofaktor für sie oder ihre Babys ist". (red, 15.7.2020)