Am Tanker Safer müssten dringend Reparaturen durchgeführt werden. Doch bisher konnte niemand an Bord gehen.

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New York – Vor der Küste des Bürgerkriegslandes Jemen droht nach Ansicht der Vereinten Nationen eine Umweltkatastrophe wegen eines rostenden Öltankers mit mehr als einer Million Barrel Öl an Bord. "Sein Zustand wird permanent schlechter", sagte Inger Andersen, Leiterin des UN-Umweltprogramms Unep.

Ein Feuer oder sogar eine Explosion an Bord seien jederzeit möglich, da das mehr als 45 Jahre alte Schiff seit 2015 nicht gewartet worden sei. Die Auswirkungen auf die Umwelt könnten verheerend sein.

Nicht "Safer"

Nach Angaben der britischen UN-Mission ist der Tanker mit dem Namen "Safer" dem unmittelbaren Risiko ausgesetzt, aufgrund von Vernachlässigung auseinanderzubrechen. Ende Mai war demnach Wasser in den Maschinenraum eingedrungen. Im schlimmsten Fall könnten dann mehr als eine Million Barrel Rohöl in das Rote Meer fließen – vier Mal so viel wie bei der Ölkatastrophe mit dem Tanker Exxon Valdez 1989. Dies könnte die Lebensgrundlage von Millionen Menschen und neben den Schäden an der Natur auch die Schifffahrtsstraße durchs Rote Meer und den Sueskanal beeinträchtigen.

Der Tanker liege vor der Küste Jemens in einem Gebiet unter Kontrolle der Huthi-Rebellen. Diese hätten zugesagt, dass UN-Mitarbeiter für dringende Reparaturen an Bord gehen könnten. Bisher konnte aber noch kein Experte den Tanker betreten. Die Vereinten Nationen hoffen darauf, dass dies in den kommenden Wochen geschehe. Unep-Leiterin Andersen sagte, eine Katastrophe sei vollständig vermeidbar, wenn schnell gehandelt werde. (APA, 15.7.2020)