Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Zusammenhang mit dem Wiener Neustädter Cluster in der Freikirche "Pfingstkirche Gemeinde Gottes" ist am Donnerstag im Vergleich zum Vortag von neun auf 22 angestiegen.

Foto: APA/ROBERT JAEGER

Ein mexikanisches Restaurant in Los Angeles denkt nicht ans Aufsperren. Die Corona-Pandemie hat die USA fest im Griff.

Foto: AP

Gesundheitsminister Rudolf Anschober ist optimistisch, eine Zweite Welle vermeiden zu können. Man müsse aber hart daran arbeiten, denn wenn sie komme, wäre sie verheerend.

Foto: EPA / Florian Wiesner

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat sich in einem Interview in der ORF-Sendung Eco optimistisch gezeigt, eine zweite Welle verhindern zu können. Komme diese doch, wäre das "wirtschaftlich und sozial verheerend", sagte er.
  • Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres hofft auf eine österreichweite Regelung zur Maskenpflicht.
  • Die ÖBB und die Westbahn wollen ab kommendem Montag Strafen in Höhe von 40 Euro für jene verhängen, die keine Maske tragen oder Mund und Nase nur ungenügend bedecken. Derweil gibt es Berichte über einen positiv getesteten Fahrgast in einem Cityjet.
  • Österreich wird bei der Maskenpflicht vermehrt zum Fleckerlteppich. Immer mehr Bundesländer und Städte verschärfen in Eigeninitiative die Maskenpflicht wieder.
  • Die Zahl der Infektionen im Cluster am Schlachthof in Eggenburg (Bezirk Horn) hat sich am Donnerstag im Vergleich zum Vortag um vier auf 38 erhöht. Die Zahl der Infektionen im Wiener Neustädter Freikirchen-Cluster ist von neun auf 22 gestiegen.
  • Das Bundesheer wird einigen Kärntner Gemeinden ab Samstag dabei helfen, Gesundheitschecks an den Grenzübergängen zu Slowenien durchzuführen.
  • Russische Hacker haben laut britischer Regierung versucht, Informationen zu einem Impfstoff gegen Covid-19 zu stehlen. Die EU gab derweil bekannt, man wollte einen etwaigen Impfstoff gemeinsam besorgen.
  • In Italien gibt es nun eine Studie zu den Todesursachen bei jenen Menschen, die während der Pandemie mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben sind. Demnach sind 89 Prozent direkt an Covid-19 verstorben.
  • Die USA haben mehr als 67.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden zu verzeichnen. Fast 40.000 Neuinfektionen gab es in Brasilien. Auch Israel stellte mit 1.758 Fällen einen neuen Negativrekord auf. In Spanien stiegen die Fallzahlen ebenfalls wieder.
  • IWF-Chefin Georgiewa sieht einen weiteren Bedarf an weltweiten Konjunkturprogrammen – sonst drohe Armut. 45 Millionen Menschen in Lateinamerika und der Karibik sind laut Uno wegen des Coronavirus bereits armutsgefährdet.

Anschober: Zweite Welle wäre verheerend

Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) hat sich in der ORF-Sendung "Eco" optimistisch dazu gezeigt, dass eine zweite Welle an Coronavirus-Infektionen vermeidbar sein werde. Er glaube, "dass wir das können", sagte er, man dürfe aber bei den Anstrengungen dazu nicht nachlassen. Nötig sei es jedenfalls mit aller Kraft dagegen zu arbeiten, denn "ein Lockdown wäre wirtschaftlich verheerend und sozial verheerend".

Einen Gegensatz zwischen seiner Tätigkeit als Sozial- und als Gesundheitsminister wollte Anschober in der Sendung nicht sehen. Es gehe nicht um Abwägung zwischen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden, sondern um einen Gleichklang. Die Wirtschaft profitiere dann, wenn es gelinge, auf gesundheitlichem Gebiet Erfolg zu haben. In der Frage, ob das Arbeitslosengeld angehoben werden solle, wollte sich Anschober nicht festlegen. Er könne in der Debatte beiden Seiten – längeren Zahlungen auf mittlerem Niveau, oder zunächst hohen aber schnell abfallenden Geldern – etwas abgewinnen, sagte er. Es gehe auch darum, was wirtschaftlich durchsetzbar sei. Die Einmalzahlung für Arbeitslose, auf die sich die Regierung bisher geeinigt hat, werde jedenfalls "nicht der letzte Punkt sein".

Bei der Gesundheitskasse, die dieser Tage vor einem massiven Defizit gewarnt hatte, schloss Anschober sowohl Leistungskürzungen als auch neue Selbstbehalte aus. Der Bund werde in wesentlicher Verantwortung sein, hinsichtlich des Defizits etwas beizutragen – noch wolle er sich dazu aber nicht detailliert äußern, weil auch genaue Prognosen noch nicht möglich seien.

Ärztekammer für einheitliche Regelung

Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres hält den Fleckerlteppich verschiedener Masken-Regelungen in Österreich für nicht für ideal. Weil sich die Menschen offenbar nicht freiwillig an das Tragen von Masken als Schutzmaßnahme halten, plädierte Szekeres am Donnerstag für eine erneute Maskenpflicht im Land. Österreich stehe im internationalen Vergleich bei der Zahl der Infektionen zwar extrem gut da – auf den Erfolgen dürfe man sich aber nicht ausruhen. Immerhin hätten nur rund ein Prozent der Menschen im Land die Krankheit durchgemacht – dass sich die restlichen 99 Prozent infizieren, gelte es zu verhindern.

Szekeres appellierte auch daran, die Corona-App zu verwenden. Es sei wichtig, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, dafür müsse man Infektionsketten nachvollziehen können. Wichtig sei auch, bei Symptomen zu Hause zu bleiben – auch wenn die Symptome, beispielsweise Husten oder Fieber, sehr allgemein seien und auch eine andere Ursache haben könnten.

Ohnehin wird in Österreich wieder zunehmend über eine verstärkte Maskenpflicht diskutiert. Während der Bund dies, etwa in Supermärkten, aktuell für nicht nötig hält, haben einige Bundesländer und Städte die Maskenpflicht in Eigeninitiative wieder verschärft. Oberösterreich machte nach den aufgetretenen Infektionsclustern den Anfang. Seit vergangenem Donnerstag gilt hier wieder die Maskenpflicht in öffentlichen Räumen. Am gleichen Tag hat auch die Stadt Salzburg die Maske in stärker frequentierten Amtsgebäuden wieder vorgeschrieben. Kärnten hat eine Sonderregelung für Tourismus-Hotspots festgelegt. In Teilen der Wörthersee-Gemeinden Velden, Pörtschach und Krumpendorf sowie von St. Kanzian am Klopeiner See ist von 21 bis zwei Uhr früh eine Maske zu tragen. Am Mittwoch zog Wolfsberg nach. Hier muss der Mund-Nasen-Schutz künftig an Wochenenden getragen werden, und zwar ebenfalls von 21 bis zwei Uhr früh. In Innsbruck ist in manchen Bereichen des Rathauses nun wieder eine Maske zu tragen.

Strafen im öffentlichen Verkehr

Die Österreichischen Bundesbahnen AG (ÖBB) zieht jedenfalls von sich aus die Zügel an, um die weiterhin bestehende Pflicht zum Maskentragen in öffentlichen Verkehrsmitteln durchzusetzen. Wer dieser Auflage nicht nachkommt, kann laut ÖBB ab kommendem Montag, dem 20. Juli, eine Geldstrafe von 40 Euro kassieren und auch des Zuges verwiesen werden. Muss die Polizei hinzugezogen werden, steigt die Strafe. Die private Westbahn kündigte an, die Angelegenheit genauso zu handhaben wie die ÖBB, das sei "förderlich und sinnvoll".

Masken sind in den Zügen der ÖBB Pflicht.
Foto: APA / AFP / Daniel Mihailescu

Die Wiener Linien haben seit Anfang Juli bereits fast 60 Strafen gegen säumige und uneinsichtige Fahrgäste verhängt. Hier kostet die Nichteinhaltung der Maskenvorschrift 50 Euro. Auch in Kärnten werden Masken-Sünder am Montag mit bis zu 50 Euro zur Kasse gebeten.

Derweil gab die Oberösterreichische Landesregierung bekannt, dass der Fahrgast eines Cityjet-Regionalzuges an Covid-19 erkrankt ist. Der Mann war am Samstag den 11. Juli zwischen Melk und Linz unterwegs, sein Zug fuhr von 19.21 Uhr bis 21.08 Uhr. Anderen Menschen, die diesen Zug genutzt haben, wird geraten, ihren Gesundheitszustand genau zu beobachten und sich beim Auftreten von Symptomen bei der Nummer 1450 zu melden.

Infektionszahlen in niederösterreichischen Clustern angestiegen

Grund ist, das die Infektionszahlen weiter stiegen. Die Zahl in Zusammenhang mit dem Cluster an einem Schlachthof in Eggenburg (Bezirk Horn) hat sich am Donnerstag im Vergleich zum Vortag um vier auf 38 erhöht. Zuvor war die Anzahl der Covid-19-Erkrankungen im Wiener Neustädter Cluster in der Freikirche "Pfingstkirche Gemeinde Gottes" von neun auf 22 geklettert. Während hier 270 Personen unter Quarantäne standen und nur noch wenige Testergebnisse erwartet wurden, war für den Eggenburger Cluster am Donnerstagvormittag noch keine konkrete Zahl der abgesonderten Personen verfügbar. Mit Stand Mittwochabend waren 244 Menschen vermeldet worden.

"Einige Tests haben wir bekommen. Es kommt aber immer wieder vor, dass keine auswertbaren Ergebnisse vorliegen, darum ist eine Nachtestung notwendig gewesen", erklärte ein Sprecher. Aus diesem Grund seien die Erhebungen und Absonderungen noch nicht abgeschlossen. Das Contact-Tracing für die zwei niederösterreichischen Cluster wurde laut dem Sprecher von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) eingeleitet. Insgesamt haben sich in Österreich in den vergangenen 24 Stunden erneut mehr als hundert Menschen (116) infiziert, die meisten davon mit 37 in Oberösterreich.

Der ÖGB forderte angesichts der Erkrankungen in Schlachthöfen, man solle bei finanziellen Hilfen im Zuge der Corona-Krise auch die Arbeitsbedingungen als Maßstab nehmen. Betriebe, die weder Mindestlöhne noch Unterbringungsvorschriften einhalten, sollen künftig keine Agrarförderungen mehr bekommen, lautet die Forderung der Arbeitnehmervertreter.

Ab Samstag Bundesheer an Kärntens Grenzen im Einsatz

An allen Kärntner Grenzübergängen zu Slowenien wird es wieder vermehrt Gesundheitschecks geben. Von den Bezirkshauptmannschaften Villach-Land, Klagenfurt-Land, Völkermarkt und Wolfsberg ist dazu das Bundesheer für einen Assistenzeinsatz angefordert worden Laut Militärkommando Kärnten wird ab Samstag eine 40-köpfige Truppe eingesetzt, verstärkt durch Milizangehörige, die ihre Einsatzzeit freiwillig verlängern. Haupteinsatzgebiet wird der stark frequentierte Karawankentunnel sein, wo die Checks schon ab Freitag rund um die Uhr stattfinden sollen.

Der Einsatz des Bundesheeres wurde unter anderem auch deshalb notwendig, weil die Gesundheitsbehörden an die personellen Kapazitätsgrenzen stoßen. Sie müssen neben den Grenzkontrollen auch die Maskenpflicht in einigen Orten und die verhängten Heimquarantänen kontrollieren.

Die EU hat ihre Empfehlung für einen Einreisestopp für Drittstaaten wegen der Corona-Pandemie wieder auf Serbien und Montenegro ausgeweitet. Die beiden Staaten waren zum 1. Juli noch gestrichen worden, stehen nun aber wieder gemeinsam auf der Liste. Für Österreich macht das keinen Unterschied, die Einreise aus diesen beiden Staaten war schon bisher nur noch mit negativem Corona-Test möglich oder mit einer zweiwöchigen Heimquarantäne verbunden.

Hacker wollten Infos zu Impfstoff stehlen, EU will ihn gemeinsam kaufen

Russische Hacker versuchen nach britischen Angaben im Auftrag Moskaus, an Informationen zu Corona-Impfstoffen zu kommen. "Mit ziemlicher Sicherheit" agiere die Hacker-Gruppe als Teil der russischen Geheimdienste, erklärte die britische Behörde für Cybersicherheit (NCSC) am Donnerstag. Ziele sind demnach Institute zur Forschung und Entwicklung von Impfstoffen in Großbritannien, Kanada und den USA.

Die USA und Kanada teilten die Ansicht der britischen Behörden, dass die Gruppe namens APT29 zum russischen Geheimdienst gehört, erklärte die NCSC. Die Gruppe sei auch unter den Bezeichnungen "Herzöge" oder "Kuschelbär" unterwegs. Kanadische und US-Sicherheitsdienste teilte mit, sie teilten die britischen Einschätzungen.

"Es ist völlig inakzeptabel, dass die russischen Geheimdienste diejenigen ins Visier nehmen, die an der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie arbeiten", erklärte der britische Außenminister Dominic Raab. Russland selbst weist – wie bei früheren mutmaßlichen und nachgewiesenen Hacker-Angriffen – die Verantwortung von sich.

Beim informellen EU-Gesundheitsministerrat haben sich die Ressortchefs der 27 Mitgliedstaaten derweil am Donnerstag dazu verpflichtet, gemeinsam einen Covid-19-Impfstoff zu beschaffen bzw. entsprechende Vorverträge über Produktionskapazitäten abzuschließen. Laut Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) herrschte Einigkeit, dass künftig Lieferengpasse bei Arzneimitteln zu vermeiden sind.

Covid-19 unmittelbare Todesursache bei 89 Prozent der Corona-Toten

In Italien ist nun eine Studie veröffentlicht worden, die etwa Licht in eine noch umstrittene Frage der Corona-Forschung wirft. Forscherinnen und Forscher wollten herausfinden, in wie vielen Fällen jener Menschen, die mit Sars-CoV-2-Viren im Körper gestorben sind, das Virus auch ursächlich für den Tod war. Wie nach der Untersuchung von 4.942 der insgesamt 31.573 Corona-Toten, die es bis Mitte Mai in Italien gegeben hatte, klar ist, starben die Betroffenen in der überwiegenden Mehrheit tatsächlich an den Folgen der Infektion.

Bei 89 Prozent der Toten war Covid-19 die direkte Ursache für ihr Ableben. In den restlichen Fällen waren Kreislaufbeschwerden (4,6 Prozent), Tumore (2,4 Prozent), Atembeschwerden, Diabetes, Demenz und Verdauungs-Krankheiten die überwiegende Todesursache.

Mehr als 67.000 Neuinfektionen in USA, mehr als 40.000 in Brasilien

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen Rekordwert erreicht: Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwochabend 67.632 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten sei um 795 auf mehr als 137.200 gestiegen. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle in den USA der Universität zufolge inzwischen bei 3,49 Millionen.

Die Pandemie wirkt sich auch auf den US-Arbeitsmarkt aus. In der Woche bis einschließlich 11. Juli stellten erneut 1,3 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch für die Totenzahlen.

Die US-Republikaner schränken daher die Teilnehmerzahl auf ihrem Nominierungsparteitag für Präsident Donald Trump in Jacksonville, Florida ein. In dem US-Bundesstaat wurden zuletzt deutlich mehr Coronavirus-Fälle verzeichnet. "Es müssen Anpassungen vorgenommen werden" um die örtlichen Richtlinien zu erfüllen, hieß es in einem Schreiben der Vorsitzenden des Nationalen Komitees der Partei, Ronna McDaniel, vom Donnerstag. Der Parteitag ist vom 24. bis 27. August geplant.

Auch Israel mit Negativrekord

Auch Israel meldete mit 1.758 Fällen am Mittwoch einen neuen Negativrekord. Getestet wurden am Mittwoch 24.892 Menschen, die Ansteckungsquote war mit rund sieben Prozent ebenfalls so hoch wie nie zuvor. Falls dieser Trend anhält, wird in Kürze mit einem neuen Lockdown gerechnet.

Insgesamt wurden in Israel bisher rund 44.200 Infizierte registriert. 376 Menschen sind bisher nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Mitte Mai war die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht deshalb stark in der Kritik. Laut Medienberichten erwägt die israelische Regierung Lockdowns an Wochenenden und Versammlungsbeschränkungen.

Neuinfektionszahl in Spanien auf 580 gestiegen

Spanien hat mit 580 neuen Fällen so viele Corona-Infektionen binnen eines Tages wie seit mehr als zwei Monaten nicht mehr registriert. Am Mittwoch waren es noch 390 Erkrankungen. Knapp über 67.000 neue Infektionen wurden aus den USA vermeldet.

Seit die Spanier am 21. Juni ihre im europäischen Vergleich besonders strengen Auflagen gelockert haben, hat es im ganzen Land mehr als 170 lokal begrenzte Ausbrüche gegeben. Einer der Brennpunkte ist die an Frankreich grenzende Region Katalonien mit ihrer bei Touristen besonders beliebten Hauptstadt Barcelona. Dort werden jetzt neue Auflagen in Erwägung gezogen.

Wie am Abend bekanntwurde, sollen in dem Land auch 93.000 Nerze getötet werden, die womöglich mit dem Coronavirus infiziert sind. Sieben Mitarbeiter des Betriebs in der etwa 100 Kilometer nordwestlich von Valencia gelegenen Ortschaft Puebla de Valverde waren vor knapp zwei Monaten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seitdem wurde die Farm überwacht und der Verkauf der Tiere eingestellt. Weitere Tests ergaben, dass sich 87 Prozent der Nerze mit dem Coronavirus infiziert hatten.

China wächst wieder, IWF-Chefin für weitere Stützung der Wirtschaft

Chinas Wirtschaft wächst wieder und setzt damit ein Hoffnungszeichen für die Erholung der globalen Konjunktur. Im Frühjahr legte das BIP um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu, teilten die Statistiker der Volksrepublik am Donnerstag mit. Experten hatten nur 2,5 Prozent erwartet, nachdem die Wirtschaft zu Jahresbeginn um 6,8 Prozent eingebrochen war.

Dennoch muss die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter massiv durch Konjunkturprogramme gestützt werden. "Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus", schrieb IWF-Chefin Kristalina Georgiewa in einem Blog-Eintrag. Dass die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) als Gegenmaßnahme Konjunkturpakete von insgesamt elf Billionen Dollar (9,6 Billionen Euro) auf den Weg gebracht habe, sei hilfreich.

In Lateinamerika und der Karibik könnte die Pandemie im laufenden Jahr weitere 45,4 Millionen Menschen in die Armut stürzen. Damit gäbe es in der Region 230,9 Millionen Arme, teilte die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) bei der Vorstellung des aktualisierten Sonderberichts zur Corona-Krise am Mittwoch mit.

Demnach würden Ende des Jahres 37,3 Prozent der Menschen in der Region in Armut leben, 15,5 Prozent sogar in extremer Armut. Die Arbeitslosigkeit dürfte laut der Prognose um 5,4 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent steigen.

In der ganzen Region rechnet Cepal für 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 9,1 Prozent. Damit dürfte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Lateinamerika und der Karibik Ende des Jahres in etwa auf dem Niveau von 2010 liegen. (red, APA, 16.7.2020)