Angehörige bei einer Zeremonie im Februar 2020.

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Wien/Frankfurt – Nach dem Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs bei Teheran im Jänner 2020 haben Hinterbliebene einem Medienbericht zufolge die Lufthansa vor einer Wiederaufnahme der Flüge in den Iran gewarnt. Der Hinterbliebenenverein "Association of Families of Flight PS752 Victims" rief die Fluggesellschaft dazu auf, eine Wiederaufnahme an Bedingungen zu knüpfen, wie die "Welt am Sonntag" berichtete.

Die Maschine der Ukraine International Airlines war am 8. Jänner kurz nach dem Start in Teheran von zwei Luftabwehrraketen der Iraner getroffen worden. 176 Menschen starben bei dem Absturz. Die Lufthansa strich nach dem Vorfall wegen der unklaren Sicherheitslage zunächst alle Flüge nach Teheran.

Die Überreste von Flug PS752 im Jänner 2020.
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Lufthansa bestätigt Wiederaufnahmepläne

Aus dem Brief geht hervor, dass eine Gruppe von Fluggesellschaften unter Anführung der Lufthansa eine Wiederaufnahme von Iran-Flügen in Betracht zieht. Der Verein appellierte an die Lufthansa, das Leben unschuldiger Passagiere nicht durch Flüge in den iranischen Luftraum in Gefahr zu bringen. Zunächst müssten die Details zum Unglücksflug PS752 neutral aufgearbeitet und lückenlos aufgeklärt werden.

Die Lufthansa bestätigte der "Welt am Sonntag", dass sie ab September wieder in die Hauptstadt Teheran fliegen will. Zu den Forderungen der Hinterbliebenenorganisation äußerte sich das Unternehmen nicht. Es erklärte jedoch, dass eine Wiederaufnahme der Iran-Flüge von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie, behördlichen Vorgaben sowie "einer Verbesserung der Luftraumsicherheit durch entsprechende Maßnahmen" abhänge.

Flug PS752 wurde am 8. Jänner 2020 nahe Teheran von zwei iranischen Raketen abgeschossen. Die iranische Regierung erklärte wenige Tage später, dass das Flugzeug versehentlich abgeschossen worden sein soll. Man sprach von einem "unverzeihlichen Fehler" machte aber die USA mitverantwortlich, weil der Abschuss mitten in einer Phase ernsthafter, militärischer Spannungen zwischen den beiden Ländern stattfand. (APA, 19.7.2020)