Der Geiselnehmer ist mit einer Handgranate vom Typ RGD-5 (Bild) bewaffnet.

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Einsatzkräfte am Tatort.

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Poltawa – Nur wenige Tage nach einer Geiselnahme in der Ukraine hat ein Mann nach einer Polizeikontrolle Einsatzkräfte in seine Gewalt gebracht. Der Mann habe Donnerstagfrüh in der Großstadt Poltawa versucht, ein Auto zu stehlen, berichten lokale Medien. Als die Einsatzkräfte ihn festhalten wollten, habe einem Polizisten seine Handschellen abgenommen und ihn mit einer Handgranate bedroht.

Nach ersten Verhandlungen sei die Geisel gegen den lokalen Chef der Kriminalpolizei ausgetauscht worden. Daraufhin erhielt der Verdächtige wie gefordert ein Fluchtauto bekommen und floh mit der neuen Geisel Richtung Kiew geflüchtet. Auf eine Landstraße ließ er das Fahrzeug mit der Geisel zurück und floh in einen nahegelegenen Wald.

Der 32-Jährige ist laut ukrainischen Medien wegen Drogen- und Eigentumsdelikten vorbestraft.

Poltawa liegt rund 350 Kilometer östlich von der Hauptstadt entfernt.

Geiselnahme am Dienstag

Am Dienstag hatte ein bewaffneter Mann die Ukraine in Atem gehalten, als er 13 Menschen stundenlang in einem Bus als Geiseln festhielt. Erst als Präsident Wolodymyr Selenskyj persönlich in dem Fall intervenierte, gab der Mann auf. Selenskyj war auf die Forderungen des Geiselnehmers eingegangen und hatte ein kurzes Video auf Facebook veröffentlicht.

Darin warb der Staatschef, die US-Dokumentation "Earthlings" über Tierschutz aus dem Jahr 2005 anzuschauen. Deshalb warfen ihm viele vor, so Trittbrettfahrer zu derartigen Taten zu ermutigen. (APA, 23.7.2020)