Mütter demonstrierten am Donnerstagabend gegen Diskriminierung und Polizeigewalt – ausgerüstet mit Masken und Schutzbrillen.

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Portland – In Portland im US-Bundesstaat Oregon halten die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt an. Tausende Menschen versammelten sich am Donnerstagabend vor der Polizeizentrale der Stadt, in die US-Präsident Donald Trump gegen den Willen des Bürgermeisters Bundespolizisten zum Einsatz gegen Demonstranten geschickt hat. "Es ist begeisternd, so viele Menschen 'Black Lives Matter' rufen zu hören, die anders als ich aussehen", sagte Damany Iqwe mit Blick darauf, dass vor allem Weiße vor dem Revier demonstrierten.

Portland sei vom Rassismus geprägt, er sei selbst mehrfach von der Polizei ohne erkennbaren Grund kontrolliert worden. Nach den jüngsten Demonstrationen waren Vorwürfe einer übermäßigen Anwendung von Gewalt gegen Bundesbeamte in Portland laut geworden. Das US-Justizministerium hatte daraufhin interne Ermittlungen angekündigt.

Die Uno hat am Freitag die USA dazu aufgerufen, keine unangemessene Gewalt gegen Demonstranten einzusetzen oder diese nicht unrechtmäßig zu verhaften.

Gewaltsames Vorgehen der Bundespolizei

Trumps Regierung hatte am Wochenende Bundesbeamte in Portland gegen den Willen der örtlichen Regierung eingesetzt. Videos zeigten ein gewaltsamen Vorgehen der Bundespolizisten. Demokratische Abgeordnete verlangten Ermittlungen wegen des Vorwurfs, Justizminister William Barr und der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf setzten Bundesbeamte auf verfassungswidrige Art und Weise ein. Trump hatte eine Entsendung von Bundespolizisten auch in andere Großstädte angekündigt. (Reuters, APA, 24.7.2020)