Lou Williams hatte für seinen Besuch im Stripclub eine eher originelle Ausrede parat. Die zehntägige Quarantäne blieb ihm trotzdem nicht erspart.

Foto: AP Photo/Mark J. Terrill

Frage: Wie sieht die NBA-Bubble in Disney World in Orlando aus?

Antwort: 22 der 30 NBA-Teams sind beim Restart dabei und auf dem Gelände des ESPN Wide World of Sports auf drei Quarantänehotels verteilt. Gespielt wird in drei verschiedenen Hallen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Frage: Welche Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen?

Antwort: Nach der Ankunft in Orlando mussten sich die Spieler in ihren Hotelzimmern isolieren, bis zwei negative Tests vorlagen. Auch seither werden die Profis regelmäßig getestet. Hochmoderne Armbänder überwachen den Sicherheitsabstand zu anderen Personen im Hotel. Zur Ablenkung stehen den Spielern unter anderem Billardtische, Tischtennisplatten und Spielkonsolen zur Verfügung. Nur bei einem Notfall darf die Blase verlassen werden. Bei der Rückkehr droht neuerlich Quarantäne.

Frage: Und daran halten sich alle Spieler, oder gab es schon Zores?

Antwort: Es gab schon Zores. Richaun Holmes von den Sacramento Kings verließ die Bubble, um eine Essenslieferung anzunehmen. Er musste sich daraufhin zehn Tage in seinem Hotelzimmer isolieren. Zuletzt sorgte Lou Williams von den Los Angeles Clippers für Aufregung. Er nützte die Erlaubnis, für eine Beerdigung abzureisen, zum Besuch eines Stripclubs und entschuldigte sich damit, dass es dort "die besten Chicken Wings" geben würde.

Frage: Nach welchem Modus wird gespielt?

Antwort: Alle Teams absolvieren acht Matches, bevor es in die Playoffs geht (bis 14. August). Die jeweils sieben Besten aus der Western und Eastern Conference kommen fix weiter. Sind der Achte und Neunte durch höchstens vier Siege getrennt, so matchen sie sich um den achten und letzten Playoffplatz – der Neunte muss freilich zwei Partien en suite gewinnen, um aufzusteigen. Die Playoffs verlaufen dann wie gehabt. Die 16 Teams spielen im herkömmlichen Format um die Teilnahme an den Finals. Modus der Serien ist Best of seven, es sind also vier Siege zum Weiterkommen nötig. Das Finale soll am 30. September beginnen, spätestens am 13. Oktober soll der NBA-Champion feststehen.

Frage: Welche Teams werden von den Kundigen favorisiert?

Antwort: Vor der Saisonunterbrechung Mitte März haben die meisten Experten auf ein Finale zwischen den Los Angeles Lakers und den Milwaukee Bucks getippt. Die Lakers um die Superstars LeBron James und Anthony Davis würden dann auf den aktuellen MVP Giannis Antetokounmpo treffen. An diesem Tipp hat sich nichts geändert, auch wenn abzuwarten bleibt, wie die einzelnen Teams auf die ungewohnte Situation reagieren. Im Westen bleibt neben den Lakers auch ihr Stadtrivale, die Los Angeles Clippers, ein heißer Kandidat. Die Clippers haben Kawhi Leonard in ihren Reihen, den nicht wenige für den derzeit weltbesten Basketballer halten. Im Osten ist klarerweise auch mit den Toronto Raptors, ihres Zeichens Titelverteidiger, und mit den Boston Celtics, ihres Zeichens Rekordmeister, zu rechnen.

Frage: Wie stehen die Chancen der San Antonio Spurs mit dem Wiener Jakob Pöltl?

Jakob Pöltl will aufzeigen.
Foto: Daniel Dunn-USA TODAY Sports via Reuters

Antwort: Die Spurs sind Außenseiter. Sie liegen in der Western Conference auf Rang zwölf, auf die achtplatzierten Memphis Grizzlies fehlen ihnen vier Siege. Die Spurs starten in der Nacht auf Samstag gegen Sacramento und hoffen, zumindest auf Rang neun vorzustoßen, dann würden sie gegen den Achten ums Playoff spielen. Pöltl (24) dürfte nach den Ausfällen von LaMarcus Aldridge und Trey Lyles viel Verantwortung und Spielzeit bekommen. Sein Vertrag läuft heuer aus, gute Leistungen würden ihn für eine höher dotierte Verlängerung oder einen Vereinswechsel empfehlen.

Frage: Ist zu erwarten, dass einzelne Spieler oder auch Teams zum Wiederauftakt und auch in weiterer Folge gegen Rassismus protestieren und sich für die Bewegung Black Lives Matter einsetzen werden?

Antwort: Jedenfalls. Auch Jakob Pöltl wird – wie wahrscheinlich viele andere – "Black Lives Matter" anstelle seines Namens auf dem Trikot tragen. Die Basketballer könnten sich auch ein Beispiel an den Basketballerinnen nehmen. Deren Saison in der WNBA läuft bereits seit Samstag, ebenfalls in einer Blase in Florida, in der IMG Academy in Bradenton. Vor dem ersten Spiel zwischen New York Liberty und Seattle Storm gingen bei der US-Hymne alle Spielerinnen vom Parkett, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. "Knien scheint uns nicht ausreichend", sagte New Yorks Kapitänin Layshia Clarendon.

Frage: Wie oder wo lassen sich NBA-Spiele mitverfolgen?

Antwort: Mit dem NBA League Pass können Fans alle Spiele live sehen. Alternative wäre ein DAZN-Abo. Die Streamingplattform hat sich die Rechte für viele NBA-Spiele gesichert. In der Nacht zum Freitag bringt DAZN die Spiele New Orleans Pelicans gegen Utah Jazz (0.30 Uhr) sowie Los Angeles Lakers gegen Los Angeles Clippers (3.00 Uhr). (FRAGE & ANTWORT: Fritz Neumann, 29.7.2020)