Der vereinzelt ziehen Touristen durch das antike Rom.
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Italien

Das südeuropäische EU-Land hatte lange die strengsten Restriktionen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit den gesunkenen Fallzahlen kamen auch die Lockerungen. Nun empfehlen oder fordern noch einige Restaurants, Strände und Touristenattraktionen Reservierungen und verlangen auch immer wieder die Daten der Gäste, um bei einer Ansteckung die Infektionskette nachverfolgen zu können. Landesweit gilt noch immer der Mindestabstand von einem Meter zwischen zwei Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben.

In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln herrscht Maskenpflicht, ebenso in Lokalen, wenn man nicht am Tisch sitzt. Vor öffentlichen Gebäuden und manchen Bahnhöfen wird Fieber gemessen.

Am_Strand von Barcelona drängen sich trotz Krise die Massen.
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Spanien

In den kommenden Tagen wird sich entscheiden, ob die katalanische Metropole Barcelona wieder unter vollständigen Lockdown gestellt wird. Die Fallzahlen steigen im Moment stark an. Die Behörden raten den Menschen schon jetzt, sicherheitshalber zu Hause zu bleiben.

Landesweit dürfen Restaurants nur die Hälfte ihrer Kapazitäten nutzen, es dürfen einander nicht mehr als zehn Leute außerhalb des gemeinsamen Haushalts treffen – und die Menschen sollen das auch bei sich zu Hause beherzigen, appellieren die Behörden. In vielen Regionen des Landes gilt Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen, auch Madrid hat sie am Donnerstag wieder eingeführt. Ausnahmen gelten nur beim Sport und für Kinder unter sechs Jahre.

Die Menschen auf den Straßen von Brüssel halten sich an die Maskenpflicht.
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Belgien

Die zeitweise restriktivsten Bestimmungen in Europa hat Belgien eingeführt. Seit kurzem dürfen einander wieder nur maximal fünf Personen treffen, die nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben. Bisher durften sich Gruppen von bis zu 15 Personen näher kommen. In der Hafenstadt Antwerpen gilt sogar eine nächtliche Ausgangssperre ab 23 Uhr. Homeoffice ist Pflicht, sofern es möglich ist.

Wenn man einkaufen gehen muss, dann darf man das nur noch allein und soll das auch so schnell wie möglich erledigen, verordneten die Behörden. Maximal eine halbe Stunde darf man dafür benötigen. Im ganzen Land herrscht Maskenpflicht in den Kinos, Museen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch auf Märkten und in Hotels.

In Berlin wird eine Lockerung der Maßnahmen demonstriert.
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Deutschland

Im Nachbarland gilt nach wie vor ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen Menschen. Das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist von Bundesland zu Bundesland anders geregelt. In der Hauptstadt Berlin muss er etwa in allen Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln, Gaststätten – außer bei Tisch – und in medizinischen Einrichtungen und Indoor-Sportstätten getragen werden. Letzteres nur, wenn gerade nicht gesportelt wird.

In Bayern besteht eine eingeschränkte Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Geschäften. Die Behörden dieses Bundeslandes haben zudem die Städte und Landkreise angewiesen, Alkoholverbote im öffentlichen Raum zu prüfen, denn im alkoholisierten Zustand seien die Leute weniger vorsichtig.

Supermarktketten wie Walmart führten von selbst Maskenpflicht ein.
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USA

In den Vereinigten Staaten, dem Land mit den momentan meisten bestätigten Corona-Infektionen, regeln die Bundesstaaten die jeweiligen Restriktionen. Viele Gouverneure und Bürgermeister führen ob der stark ansteigenden Fallzahlen Maskenpflichten ein und beschränken Versammlungen. Der republikanische Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, geht aber einen anderen Weg und verbietet sogar den Behörden seines Bundesstaates, eine Maskenpflicht durchzusetzen. Versammlungen schränkte er aber sehr wohl ein.

Private Unternehmen wie Walmart oder die Supermarktkette Kroger führten in ihren Filialen eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht sowohl für Angestellte als auch Kunden ein.

Die Bewohner Südafrikas sind besonders schwer von der Corona-Krise betroffen.
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Südafrika

Im afrikanischen Hotspot der Pandemie gelten auch die strengsten Regeln, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nachdem die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen wieder angestiegen waren, verhängte die Regierung abermals ein Alkoholverkaufsverbot. Verletzungen im Zusammenhang mit Trunkenheit hatten die Krankenhäuser belastet. Außerdem gilt im Land eine Maskenpflicht, wenn man sich an einem öffentlichen Ort aufhält.

Den Wohnort dürfen die Südafrikaner in der Zeit von 21 bis vier Uhr früh nicht verlassen. Um sich die Beine zu vertreten oder Sport zu betreiben, dürfen die Menschen zwischen sechs und 18 Uhr in Gruppen von maximal vier Personen – und unter Wahrung der Abstandsregel – ins Freie gehen. (Bianca Blei, 1.8.2020)