Der Hurrikan Isaias könnte Bob Behnken noch etwas länger im All ausharren lassen.

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Cape Canaveral – Die für Sonntag geplante Rückkehr zweier US-Astronauten mit einer SpaceX-Raumkapsel von der Internationalen Raumstation ISS könnte nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA wegen des Hurrikans "Isaias" verschoben werden. "Wir haben keine Kontrolle über das Wetter", sagte der Astronaut Bob Behnken am Freitag.

Bisher ist geplant, dass die beiden Raumfahrer am Samstag von der ISS starten und am Sonntag vor der Küste Floridas landen. Bob Behnken und Doug Hurley waren Ende Mai als erste Raumfahrer überhaupt mit einer "Dragon"-Raumkapsel des des Privatunternehmens SpaceX zur ISS geflogen. Es war der erste Start eines bemannten Raumschiffs durch die USA seit dem Ende des Space Shuttle-Programms 2011. Seither waren US-Astronauten auf russische Raketen angewiesen.

Notstand in Teilen Floridas

Der US-Bundesstaat Florida hat wegen des nahenden Hurrikans "Isaias" bereits den Notstand für Teile seiner Atlantikküste ausgerufen. "Isaias" erreichte nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA am Freitag Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern und bewegte sich in nordwestliche Richtung.

In der Dominikanischen Republik kam durch den Sturm mindestens ein Mensch ums Leben, Flüsse traten über die Ufer. Auch Puerto Rico wurde getroffen. Dort gab es Überschwemmungen, Bäume und Stromleitungen stürzten um, tausende Menschen waren zwischenzeitlich ohne Strom.

Start der Ariane-5-Rakete verschoben

Im südamerikanischen Französisch-Guayana gibt es ebenfalls Probleme mit einer Rakete, allerdings nicht dem Wetter geschuldet. Der für die Nacht auf Samstag geplante Start der europäischen Trägerrakete Ariane 5 auf dem Weltraumbahnhof Kourou ist wegen technischer Probleme erneut um mindestens einen Tag verschoben worden. Die letzte Phase der Startvorbereitung sei gut zwei Minuten vor dem Start gestoppt worden, weil ein Sensor des Flüssigwasserstofftanks unerwartet reagiert habe, teilte der Betreiber Arianespace mit.

Die Untersuchungen seien im Gange, der frühestmögliche neue Starttermin sei nun Samstagabend (23:30 Uhr MESZ). Die Trägerrakete befinde sich in sicherem Zustand.

Lebensdauer von Satellit verlängern

Europas Raumfahrt-Lastesel hat zwei Telekommunikationssatelliten und ein sogenanntes Mission Extension Vehicle an Bord. Das ist ein nachrüstbarer Antrieb für geostationäre Satelliten. Damit soll die Lebensdauer eines Satelliten verlängert werden. Der Start war ursprünglich bereits für den 28. Juli geplant und wegen zusätzlicher Technikkontrollen verschoben worden.

Wegen der Coronakrise waren im März die Startvorbereitungen im Weltraumbahnhof zeitweise komplett unterbrochen worden. Trägerraketen und Satelliten wurden in einen sicheren Bereitschaftszustand gebracht. Es handelt sich nun um den ersten Start einer Ariane-5-Rakete seit Februar. Somit ist es auch der erste Start seit dem Corona-Lockdown auf dem Weltraumbahnof in Kourou. Im Juni war bereits mehrfach der Start einer Vega-Rakete vom Weltraumbahn.hof in Kourou verschoben worden. Dieser soll nun im August nachgeholt werden. (APA, 1.8.2020)