Der kosovarische Regierungschef Avdullah Hoti bei einer Pressekonferenz im Juni.

Foto: Reuters/Laura Hasani

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der kosovarische Regierungschef Avdullah Hoti hat am Sonntag erklärt, an Covid-19 erkrankt zu sein.

    Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) überlegt, die Covid-19-Gesetze zu ändern um bestimmte Regelungen über den Dezember dieses Jahres hinaus in Geltung zu lassen.

  • In der Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit der Corona-Verordnungen appelliert Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) für eine Rückzahlung der Corona-Strafen für jene, die laut dem Urteil des Verfassungsgerichtshof zu Unrecht zahlen mussten. Edstadler sieht dieses Vorhaben skeptisch.
  • Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich ist von Samstag auf Sonntag unter 100 geblieben. Nach den Zahlen des Innenministeriums, Stand Sonntag 9.30 Uhr, wurden seit Samstag 92 Neuinfektionen registriert. 53 davon betrafen die Bundeshauptstadt.
  • In Österreich sind Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bereits mehr als 905.000 Tests auf das Coronavirus durchgeführt worden. Er bezeichnete die Lage als "weiterhin stabil".
  • Am Flughafen Wien in Schwechat werden die Preise für die PCR-Tests auf das Coronavirus von 190 auf auf 120 Euro reduziert.
  • Das Land Kärnten hat am Sonntag die Aufhebung der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht am Großglockner und im Nationalpark Hohe Tauern ab Mitternacht angekündigt.
  • In den USA haben sich inzwischen mehr als 4,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Fast 154.000 Menschen sind gestorben. In Lateinamerika und der Karibik starben bereits mehr als 200.000 Menschen an Covid-19.
  • In Südafrika gibt es mehr als eine halbe Million nachgewiesene Infektionen – und das nur vier Monate nach Bestätigung des ersten Falles.
  • Im australischen Bundesstaat Victoria dürfen Menschen in der Nacht nicht mehr ihr Haus verlassen. Pro Haushalt darf nur eine Person einmal am Tag einkaufen gehen.
  • 20.000 Flüchtlinge und Migranten haben während des Lockdowns an Online-Deutschkursen teilgenommen. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) will das frei zugängliche Online-Angebot beibehalten.

Hier finden Sie den Tagesüberblick von Samstag.

Kosovarischer Premier Hoti hat Covid-19

Der kosovarische Regierungschef Avdullah Hoti hat am Sonntag erklärt, an Covid-19 erkrankt zu sein. Er werde für zwei Wochen zu Hause in Selbstisolation bleiben. "Ich habe keine Symptome außer einen sehr leichten Husten", schrieb der Premier auf Facebook.

Der Kosovo hat in den vergangenen Tagen einen starken Anstieg bei den Corona-Infektionen verzeichnet. Am Sonntag wurden gleich 13 weitere Todesfälle gemeldet. Hotis Regierung ist daher mit Kritik konfrontiert und steht unter Zugzwang.

Im Kosovo haben sich insgesamt bisher 9.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Seit Mitte März, als die ersten Fälle auftraten, starben 249 Menschen.

Kogler will Corona-Strafen rückerstatten

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) befürwortet eine Rückerstattung des Geldes für jene, die zu Unrecht eine Corona-Strafe etwa wegen Verletzung der Abstandsregel bezahlt haben. Im APA-Interview meinte Kogler, das sei juristisch nicht so einfach. Sein Ziel sei aber, jene, die die Strafe schon gezahlt haben, mit jenen gleichzustellen, deren laufendes Verfahren jetzt abgebrochen wurde. Dass angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen zu früh gelockert wurden, glaubt Kogler nicht.

Zahl der Neuinfektionen bleibt zweistellig

Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich ist von Samstag auf Sonntag unter 100 geblieben. Nach den Zahlen des Innenministeriums, Stand Sonntag 9.30 Uhr, wurden seit Samstag 92 Neuinfektionen registriert. 53 davon betrafen die Bundeshauptstadt.

In Oberösterreich gab es 13 neue Infektionen, in Niederösterreich zwölf. Vier waren es in Kärnten, ebenso in Tirol, je zwei in Salzburg und der Steiermark sowie je eine im Burgenland und Vorarlberg.

Insgesamt wurden in Österreich 21.304 positive Testergebnisse gemeldet. Österreichweit sind nach den BMI-Zahlen 718 Personen an oder mit dem Coronavirus gestorben und 18.984 sind wieder genesen. 93 Personen befinden sich aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung und davon 20 auf Intensivstationen.

Mehr als 905.000 Tests in Österreich durchgeführt

In Österreich sind bereits mehr als 905.000 Tests auf das Coronavirus durchgeführt worden. Das teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag in einer Aussendung mit. Er bezeichnete die Lage als "weiterhin stabil".

"Der Reproduktionsfaktor sinkt leicht und liegt derzeit 1,04", sagte Anschober. "Es liegt an uns allen: Hygienemaßnahmen, Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz konsequent verwendet, und wir werden weiterhin vergleichsweise gut durch die schwerste Pandemie seit 100 Jahren kommen", appellierte der Gesundheitsminister.

Preise für PCR-Tests am Flughafen Wien werden reduziert

Am Flughafen Wien in Schwechat werden die Preise für die PCR-Tests auf das Coronavirus reduziert. Bezahlt werden müssen ab dem kommenden Samstag 120 Euro statt 190 Euro. Mit der Preissenkung soll der steigenden Nachfrage infolge des neuen Einreiseregimes Rechnung getragen werden, wurde am Sonntag in einer Aussendung betont.

Möglich geworden sei das neue Angebot aufgrund von Effizienzsteigerungen sowie Kapazitätsausweitungen. Das Vienna Airport Health Center hat nunmehr die ganze Woche hinweg von 7.00 bis 20.00 Uhr geöffnet, PCR-Tests am Flughafen sind also auch an Wochenenden und Feiertagen möglich. Weitere Informationen finden Sie hier.

Maßnahmen statt Maske auf Großglockner-Hochalpenstraße

Das Land Kärnten hat am Sonntag die Aufhebung der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht am Großglockner und im Nationalpark Hohe Tauern ab Mitternacht angekündigt. "Sowohl die Großglockner Hochalpenstraßen AG als auch der Nationalpark haben sich bereit erklärt, zusätzliche Maßnahmen zu setzen und damit für mehr Sicherheit zu sorgen", so LH Peter Kaiser (SPÖ). Die Verordnung ist ab Montag wieder außer Kraft.

Konkret soll ein zusätzlicher Parkplatz bereitgestellt werden. Dieser ermögliche mehr Raum, um die Besucherströme zu kontrollieren und gegebenenfalls Blockabgefertigung einzuführen. Im Nationalpark wird ein Ranger eigens für die Information der Besucherinnen und Besucher abgestellt. Damit werde sowohl auf der Großglockner-Hochalpenstraße als auch im Nationalpark sichergestellt, dass Abstandhalten möglich ist.

Mehr als 4,6 Millionen Infizierte und fast 154.000 Tote in USA

In den USA haben sich nach Behördenangaben insgesamt mehr als 4,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden seien 58.947 Neuinfektionen dazugekommen, teilte die Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) mit. Die Gesamtzahl steige damit auf 4.601.526.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus sei um 1.132 auf 154.002 angestiegen. Die USA sind sowohl bei der Infektions- als auch bei der Totenzahl das mit Abstand am stärksten betroffene Land der Welt.

Mehr als 200.000 Tote in Lateinamerika

In Lateinamerika und der Karibik hat die Zahl der Todesfälle die Schwelle von 200.000 überschritten. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Sonntag auf der Grundlage von Behördenangaben ergab, starben in der Region seit Beginn der Pandemie 200.212 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Fast drei Viertel davon entfallen auf Brasilien und Mexiko.

Lateinamerika und die Karibik sind damit die am zweitschwersten von der Corona-Pandemie betroffene Region nach Europa, wo bisher 210.435 Todesfälle gezählt wurden. Mit mehr als 93.500 Todesfällen führt Brasilien die Statistik in Lateinamerika und der Karibik an, gefolgt von Mexiko mit mehr als 47.400 Corona-Toten und Peru mit mehr als 19.400 Toten. Insgesamt haben sich in der Region bereits mehr als 4,9 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt.

Drastischer Anstieg der Infektionszahlen in Südafrika

Südafrika wird zu einem weiteren weltweiten Krisenherd in der Coronavirus-Pandemie. In dem Land wurden am Samstag mehr als eine halbe Million Infektionsfälle bestätigt. Damit verzeichnet das Land nach den USA, Brasilien, Indien und Russland die meisten Ansteckungsfälle weltweit und etwa die Hälfte aller nachgewiesenen Infektionen in ganz Afrika.

10.107 Neuinfektionen seien bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit steige die Gesamtzahl auf 503.290. Insgesamt seien 8153 Menschen nach einer Ansteckung gestorben. In ganz Afrika wurden rund 935.000 Infektionsfälle und knapp 19.800 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bestätigt. Experten zufolge dürfte die Dunkelziffer allerdings weitaus höher sein.

Nächtliche Ausgangssperre im australischen Victoria

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen haben die Behörden im australischen Bundesstaat Victoria den Katastrophenzustand ausgerufen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Zudem dürfe nur noch eine Person aus jedem Haushalt einmal am Tag einkaufen gehen, sagt Victorias Regierungschef Daniel Andrews.

In Melbourne, der Hauptstadt des Bundesstaates, dürfen sich die Menschen nicht mehr als fünf Kilometer von zu Hause entfernen. Es sind die bisher strengsten Kontakt- und Bewegungsbeschränkungen in dem Bundesstaat zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus. Sie sollen für sechs Wochen bis Mitte September gelten.

20.000 Flüchtlinge und Migranten lernten online Deutsch

20.000 Flüchtlinge und Migranten haben während des Corona-Lockdowns – also in drei Monaten – an Online-Deutschkursen teilgenommen. Angesichts dieser "sehr positiven Bilanz" will Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) das frei zugängliche Online-Angebot auch künftig in Ergänzung zu regulären Deutschkursen beibehalten.

Mit den Ausgangsbeschränkungen mussten ab März auch alle Deutschkurse physisch ausgesetzt werden, die für die Integrationsvereinbarung wichtigen Prüfungen (die Frist wurde bis 30. Oktober verlängert) konnten nicht abgelegt werden. Deshalb hat Raab Online-Kurse ausgebaut. Sie wurden auf sprachportal.at vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) – für die Sprachniveaus A1, A2 und B1 – kostenlos zur Verfügung gestellt. (APA, red, 2.8.2020)