Italienische Forscher haben den Halsumfang von Covid-Patienten mit dem Verlauf der Erkrankung in Relation gesetzt – um künftig bessere Vorhersagen treffen zu können.

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Die Corona-Pandemie ist längst nicht vorbei, dennoch beginnt bereits die wissenschaftliche Aufarbeitung. Eine Covid-19-Erkrankung verläuft von Mensch zu Mensch unterschiedlich, vor allem die Risikogruppen stehen im Fokus der Wissenschaft. Das Ziel: sie im Verlauf der weiteren Ereignisse besser schützen zu können. Die Vorhersage, wer einen schweren Verlauf von Covid-19 erleiden könnte, ist deshalb zentral.

Forschende aus Italien haben die Daten ihrer Patientinnen und Patienten der letzten Monate aufgearbeitet und herausgefunden, dass der Halsumfang eine Rolle spielen könnte – und zwar bei Personen mit Herz- und Lungenerkrankungen; unabhängig davon, ob sie übergewichtig sind. Da Personen mit diesen Erkrankungen bezüglich Covid-19 zur Risikogruppe zählen, könnte auch ein großer Halsumfang ein erhöhtes Risiko anzeigen.

Kleine Studie

Die Wissenschafter sammelten die Daten von 132 erwachsenen Covid-19-Patienten, die zwischen 25. März und 7. April in zwei verschiedenen Krankenhäusern in Italien behandelt wurden. Die Patienten waren zwischen 55 und 75,8 Jahre alt. 32 Prozent davon waren Frauen.

Bei der Krankenhausaufnahme wurden verschiedene Daten erfasst. Dazu gehörten klinische, biochemische und anthropometrische Daten wie Halsumfang und BMI. Die Nachbeobachtungszeit betrug 30 Tage nach Krankenhauseinweisung. Die Wissenschafter untersuchten, welche maximale Atemunterstützung die Patienten benötigten.

Risiko einschätzen

Während der Studienlaufzeit wurden 26 Patienten (19,7 Prozent) invasiv mechanisch beatmet. Statistische Analysen zeigten, dass der Halsumfang signifikant mit dem Risiko für eine invasive mechanische Beatmung zusammenhing. Dieses Ergebnis kam unter Berücksichtigung des Alters, des Geschlechts, von Diabetes, Bluthochdruck und COPD zustande. Bei Patienten mit einem BMI unter 30 war der Zusammenhang zwischen Halsumfang und Risiko für eine invasive mechanische Beatmung besonders deutlich.

Kritisch schien ein Halsumfang von mehr als 37,5 Zentimetern bei Frauen beziehungsweise von mehr als 42,5 Zentimetern bei Männern zu sein. Patienten, bei denen dies zutraf, hatten ein größeres Risiko für eine invasive mechanische Beatmung als Patienten mit geringerem Halsumfang.

Die Forschenden merken am Ende ihrer Studie jedoch an, dass es sich hier um eine kleine Studie handelt. Weitere Forschung diesbezüglich ist nötig. (red, Deutsches Gesundheitsportal, 6.8.2020)