Tiktok soll an Microsoft verkauft werden.

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Der Gründer des chinesischen TikTok-Betreibers ByteDance, Zhang Yiming, hat die Verkaufspläne in den USA verteidigt. In einem Schreiben an die Mitarbeiter, dessen Inhalt am Dienstag nach chinesischen Medienberichten von Insidern bestätigt wurde, sagte Zhang, nur wenige hätten Einblick in die Vorgänge, aber hohe Erwartungen an eine chinesische Firma, die global aktiv sei.

Microsoft verhandelt mit ByteDance über einen Kauf der populären Kurzvideo-Plattform TikTok. Innerhalb von Tagen wird mit einem Ergebnis gerechnet.

Boykott

In der Volksrepublik treffen diese Pläne auf harsche Kritik. Einige ByteDance-Nutzer haben angekündigt, im Falle eines Verkaufs an den weltgrößten Softwarekonzern aus den USA Dienste wie den Twitter-Konkurrenten Weibo oder die Video-App Douyin sowie die Nachrichtenplattform Jinri Toutiao zu deinstallieren. Sie erklärten, ByteDance sei angesichts des Vorgehens der US-Regierung zu schnell eingeknickt. Zhang sagte diesbezüglich, dem Unternehmen drohten weitere Schwierigkeiten, weil im Ausland die anti-chinesische Stimmung zunehme. ByteDance war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hände gebunden

Die US-Regierung hat Sicherheits- und Datenschutzbedenken gegen die vor allem bei jungen Menschen beliebte App, die weltweit etwa eine Milliarde Nutzer zählen soll – darunter rund 100 Millionen in den USA. Am Freitag hatte Trump angekündigt, er wolle TikTok in den Vereinigten Staaten verbieten. Zhang schrieb, in einem solchen Fall wären ByteDance die Hände gebunden. (APA/Reuters, 4.8.2020)