Mike Pompeo besucht neben Österreich auch Polen, Tschechien und Slowenien.

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Wien – US-Außenminister Mike Pompeo besucht im Zuge seiner Europa-Reise am Freitag kommender Woche auch Österreich. In Wien wird er unter anderen Bundeskanzler Sebastian Kurz, Außenminister Alexander Schallenberg und Finanzminister Gernot Blümel (alle ÖVP) treffen, wie das Außenamt am Donnerstag bestätigte. Die Einladung nach Wien "zur Vertiefung der strategischen Partnerschaft" sei bei einem Telefonat Schallenbergs mit seinem Amtskollegen im Juni ausgesprochen worden, teile das Außenministerium mit.

Kurz und Schallenberg hätten Anfang März nach Washington reisen sollen, dort wäre unter anderem ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump auf dem Programm gestanden. Der zweite Besuch des Kanzlers im Weißen Haus wurde aber von Trump aufgrund der Coronasituation verschoben.

Polen, Tschechien und Slowenien

Vor seinem Österreich-Besuch trifft Pompeo am Dienstag den tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš sowie den tschechischen Außenminister Tomáš Petříček in Prag. Im Rahmen der Europa-Reise will Pompeo auch Polen und Slowenien besuchen. Die vier Länder seien "alle große Freunde Amerikas". "Ich erwarte, dass es eine sehr wichtige und produktive Reise sein wird", sagte er auf eine Pressekonferenz in Washington.

Die geplante Truppenumverteilung der US-Streitkräfte in Europa werde kein Thema der Gespräche sein, ließ Petříček am Donnerstag laut tschechischen Medienberichten wissen. "Die Tschechische Republik ist kein Land, in das amerikanische Soldaten verlegt werden sollen", betonte der Sozialdemokrat. "Unsere Sicherheitszusammenarbeit konzentriert sich auf andere Bereiche." Die USA hatten vor kurzem angekündigt, rund 12.000 ihrer Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Davon sollen knapp 5.600 Soldaten in andere Nato-Staaten verlegt werden, der Rest in die USA zurückkehren.

Massive Kritik am Truppenabzug

Der geplante Truppenabzug aus Deutschland hat auf beiden Seiten des Atlantik Kritik ausgelöst. US-Verteidigungsminister Mark Esper beteuert zwar, mit der Streitkräfte-Neuorganisation in Europa würden die Nato und die Abschreckung gegenüber Russland gestärkt. Präsident Trump begründet den Teilabzug aus Deutschland aber in erster Linie mit den in seinen Augen zu niedrigen Verteidigungsausgaben Deutschlands. Kritiker werfen Trump vor, mit seinem Vorgehen die transatlantischen Beziehungen zu schwächen – und damit letztlich den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu stärken. (APA, red, 6.8.2020)