Laut einer Umfrage der Karriereplattform Stepstone stresst die Doppelbelastung durch Beruf und Familie 18 Prozent aller Befragten.

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Die Motivation der Arbeitnehmer lässt seit Corona nach. Vor der Krise gaben noch 88 Prozent der Befragten an, "sehr" oder "eher motiviert" zu sein, jetzt sind es laut einer Umfrage des Karriereplattform Stepstone nur mehr 64 Prozent. Faktoren, die hierbei zu Buche schlagen: Gut jeder Fünfte hat mehr zu tun als vor der Krise, weitere zwölf Prozent müssen vieles aufarbeiten, was während des Lockdowns liegengeblieben ist. Außerdem gaben 17 Prozent an, auch die Erlebnisse der Krise verarbeiten zu müssen, und 13 Prozent fühlen sich im Büro nicht mehr so wohl wie davor.

Knapp 1.500 Arbeitnehmer aus ganz Österreich haben im Juni an der Onlinebefragung von Stepstone teilgenommen. Dabei wurde auch der Stresslevel erhoben. Waren vor Corona noch 62 Prozent sehr oder eher gestresst, waren es während der Krise 58 Prozent der Befragten. Die Daten von Stepstone zeigen, dass die Hälfte aller Befragten Arbeit und Privatleben während des Lockdowns harmonischer abstimmen konnte.

Beinahe jeder zweite Umfrageteilnehmer hat im Homeoffice gearbeitet. 85 Prozent davon gaben an, dass sie keine Probleme mit der Vereinbarung von Job und Kinderbetreuung hatten. Allerdings belegen Aussagen einzelner Teilnehmer, dass während der Krisenzeit Job und Kinderbetreuung nicht immer einfach zu vereinbaren waren. 41 Prozent der Befragten konnten beim Arbeiten von zu Hause aus mehr Arbeit erledigen.

Der Stress steigt laut Studienleiterin Barbara Oberrauter-Zabransky aber wieder an. "Das liegt aber weniger an der Umstellung auf digitale Zusammenarbeit oder der familiären Doppelbelastung. Vielmehr stressen Unsicherheit und Zukunftsängste österreichische Arbeitnehmer."

Das stresst die Österreicher im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise besonders:

  • Unzufriedenheit, Sorgen und Zukunftsängste: 44 Prozent
  • Bewegungsmangel: 33 Prozent
  • Kaum oder gar keine Erholung: 24 Prozent
  • Leistungs- und Termindruck: 21 Prozent
  • Doppelbelastung durch Beruf und Familie: 18 Prozent
  • Dauererreichbarkeit durch die Digitalisierung: 18 Prozent
  • Überzogene Anspruchshaltung gegenüber sich selbst: 16 Prozent
  • Konflikte in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Familie: 15 Prozent
  • Multitasking: 13 Prozent
  • Ungesunde Ernährung: 13 Prozent
  • Gezwungene Umstellung auf digitale Zusammenarbeit: 9 Prozent

Oberrauter-Zabransky von Stepstone rät Arbeitgebern angesichts dieser Zahlen, sich um eine gute Arbeitsatmosphäre zu kümmern: "Die digitale Arbeitswelt erfordert mehr Teamwork denn je. Umso wichtiger ist ein gutes Verhältnis unter den Mitarbeitern und Unterstützung seitens der Führungskräfte. Immerhin geht es darum, den Neustart gut zu bewältigen – und das funktioniert nur mit verlässlichen Abläufen und entspannten, leistungsfähigen Mitarbeitern." (sl, 11.8.2020)