Unbehandelter Karies kann zu einem Verlust der Zähne führen. Das sollte jeder vermeiden wollen.

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Eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nichtdringende zahnärztliche Behandlungen zu verschieben, um einer weiteren Verbreitung des Coronavirus vorzubeugen, gilt nicht für Länder mit einer niedrigen Infektionsrate wie Österreich. Das habe die WHO ausdrücklich klargestellt, teilte die Österreichische Zahnärztekammer mit.

Irrelevant sei die Empfehlung aus zwei Gründen: Erstens bestehe in Österreich spätestens seit der Entdeckung von HIV/Aids vor etwa 40 Jahren in den Zahnarztordinationen ein besonders hoher Hygienestandard, der zu den besten der Welt gehöre. Es sei seither für die Zahnärzte selbstverständlich, jegliches Infektionsrisiko zu vermeiden. Zweitens sei die Covid-19-Infektionsrate in Österreich im internationalen Vergleich von Anfang an auf extrem niedrigem Niveau gelegen, das in keiner Weise etwa mit Erdteilen oder Ländern vergleichbar sei, in denen auch noch bedeutend schlechtere hygienische Bedingungen oder ungünstigere sozialpolitische Faktoren herrschten.

Ordinationen offen

Sogar in den von Covid-19 am meisten betroffenen Ländern wie China oder Italien habe die Zahnmedizin zur Weiterverbreitung von Sars-CoV-2 nicht beigetragen – weder bei den Patienten noch beim Personal.

"Die Österreichische Zahnärztekammer meint daher, dass unter Einhaltung der bestehenden Hygienemaßnahmen und der allgemeinen Empfehlungen der österreichischen Bundesregierung in den Zahnarztordinationen Österreichs der Normalbetrieb und die Erbringung des gesamten zahnmedizinischen Leistungsspektrums aufrechterhalten werden kann", heißt es in der Aussendung. "Sie möchte sogar ausdrücklich davor warnen, Kontrolluntersuchungen und prophylaktische Maßnahmen wie Mundhygienesitzungen aus übertriebener Angst vor Infektionen zu vernachlässigen. Gerade diese sind notwendig, um Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln." (APA, 15.8.2020)