Wegen einer über dem Bahndamm abgegangenen Mure entgleiste eine Radachse.

Foto: APA/ÖBB

Weitere Starkregenereignisse in der Steiermark haben am Sonntag wieder zu zahlreichen Überschwemmungen und Murenabgängen geführt. Im obersteirischen Murtal entgleiste auf der Höhe von Scheifling (Bezirk Murau) ein Zug. Verletzt wurde niemand. Im Bezirk Murau kam es zu mehreren Straßensperren, auch andere Landesteile waren von den erneuten Regenschauern betroffen.

Der Zug war auf der ÖBB-Südbahnstrecke gegen 22 Uhr bereits im Schrittempo unterwegs, als aufgrund einer über dem Bahndamm abgegangenen Mure in Scheifling eine Radachse entgleiste. Die rund 150 Fahrgäste blieben unverletzt und wurden evakuiert, schilderte ein Sprecher der ÖBB gegenüber der APA.

Am Montagnachmittag hat die ÖBB die Südstrecke im Bereich zwischen Scheifling und Mariahof-St. Lambrecht wieder für den Fernverkehr eingleisig freigegeben. Beim Personennahverkehr bleibt aber weiterhin bis 20. August zwischen Friesach und Unzmarkt ein Schienenersatzverkehr mit Bussen, erklärte Sprecher Herbert Hofer.

Mehrere Murenabgänge

Gegen 22.30 Uhr war es auch in St. Lambrecht zu mehreren Murenabgängen sowie Hangrutschungen gekommen, weshalb die St. Lambrechter Straße (L502) für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt wurde. Wegen eines drohenden weiteren Murenabgangs wurden auch die Bewohner eines Einfamilienhauses evakuiert. Die Freiwillige Feuerwehr St. Lambrecht sowie die Straßenmeisterei Murau standen mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz.

Auch in Neumarkt in der Steiermark und Mühlen hat es laut der Landespolizeidirektion Steiermark zahlreiche Murenabgänge und Hangrutschungen gegeben. Gesperrt wurden die Frießacher Straße (B317) in St. Marein bei Neumarkt für den gesamten Fahrzeugverkehr. Die Murtal-Straße (B96) war kurzzeitig nur einspurig befahrbar. Die Straßenmeisterei Scheifling sowie die Freiwilligen Feuerwehren Neumarkt, Mühlen, Perchau, Mariahof und Zeutschach standen mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Bäche traten über die Ufer, Keller wurden ausgepumpt.

50 Meter langer Hangrutsch

Die Landesleitzentrale Steiermark zählte in den 24 Stunden seit Sonntagfrüh rund 170 unwetterbedingte technische Einsätze. Neben dem Bezirk Murau waren besonders die Feuerwehrbereiche Hartberg, Weiz und Feldbach betroffen. Einige Unwettereinsätze gibt es Sonntagabend auch in den Bereichen Deutschlandsberg, Leibnitz und Graz-Umgebung. Die Einsatzkräfte waren überwiegend mit Pumparbeiten und Baumbergungen beschäftigt. Auch kam es in diesen Bereichen zu einigen Hangrutschungen und Überschwemmungen von Straßen.

In der südoststeirischen Gemeinde St. Stefan im Rosental verursachten die erneuten starken Regenschauer am Sonntagabend eine 50 Meter lange Hangrutschung und Kellerüberflutungen. Der Hang wurde von den Feuerwehren mit einer Plane abgedeckt, damit keine Wassermassen mehr aufgenommen werden konnten. Die unter Wasser stehenden Keller wurden mittels Hebepumpen trockengelegt. (APA, 17.8.2020)