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1972 wurden vor der Küste der süditalienischen Region Kalabrien zwei Bronzestatuen aus dem Meer gehoben, die aus dem 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammen. Jeweils etwa zwei Meter hoch und 400 Kilogramm schwer, stellen sie vermutlich Krieger dar, die ursprünglich Waffen und Kopfbedeckungen trugen. Doch auch wenn dieses Beiwerk nur in Ansätzen erhalten geblieben ist, gelten die Bronzemänner von Riace mit ihrer anatomischen Genauigkeit als spektakuläre Beispiele antiker griechischer Kunst.

Forscher versuchen seit Jahrzehnten, die genaue Herkunft der Statuen und ihre Bedeutung zu klären – und nicht zuletzt auch den Grund, warum sie vor Riace im Osten Kalabriens einst verloren gingen. Ein Expertenteam um Eligio Daniele Castrizio von der Universität in Messina verortet ihren Ursprung nun in der Stadt Argos im Nordosten der Peloponnes.

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Bei der Bestimmung der Herkunft half der Ton, der in den Figuren gefunden und während der Restaurierungsarbeiten entfernt wurde, wie Castrizio sagte. Die Statuen zeigen seinen Forschungsergebnissen zufolge Eteokles und Polyneikes, die Söhne des mythischen Königs Ödipus, und dürften ursprünglich Teil einer größeren Komposition gewesen sein. Andere Forscher hatten zuvor schon alle möglichen Deutungen versucht, die Vermutungen reichten von der Darstellung zweier Athleten bis hin zu Bildnissen von Göttern. Die neue Hypothese soll bald in einem Artikel in einem Fachmagazin präsentiert werden. (red, APA, 19. 8. 2020)