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Atombomben werden wohl nicht so schnell aus der Welt verschwinden, wie dies manche gerne hätten.

Foto: Korean Central News Agency/Korea News Service via AP
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Vor 75 Jahren wurden in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki zum ersten und letzten Mal Atombomben in einer kriegerischen Auseinandersetzung gezündet. Ein Dreivierteljahrhundert später leisten sich die Atommächte immer noch ein gewaltiges Nuklearwaffenarsenal, das Milliardenbeträge verschlingt. Doch die Verbotslobby gewinnt an Momentum. 83 Staaten haben seit 2017 den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet – Tendenz steigend. Ist ein Ende der Massenvernichtungswaffen absehbar?

Für Nadja Schmidt, die Direktorin von Ican Austria, ist es höchste Zeit, diese Massenvernichtungswaffen ein für alle Mal abzuschaffen. "Abschreckung impliziert Gewalt. Und Gewalt kann nicht friedensbildend sein", widerspricht sie den Argumenten all jener, die Atombomben für einen Sicherheits- und Friedensgaranten halten. Schmidt befürchtet, dass das Bewusstsein für die Gefahren von Atomwaffen ein wenig abhandengekommen sei. Vor dem Hintergrund, dass die USA und Russland einen Rüstungsvertrag nach dem anderen kündigen oder auslaufen lassen, sei dies umso gefährlicher. "Nuklearwaffen machen uns nicht sicherer", ist Schmidt überzeugt.

Vertrauensdilemma

Franz-Stefan Gady, Sicherheitsexperte und Politikberater, ist jedoch sehr skeptisch, ob Atomwaffen mittel- oder auch langfristig abgeschafft werden können. "Ich halte das für sehr, sehr unrealistisch", sagt Gady im Podcast und begründet das auch damit, das selbst nach einer Aufgabe das Know-how und das Material bestehen blieben. Das Misstrauen zwischen potenziellen Kriegsparteien sei einfach zu groß, was zu vermehrten Präventivkriegen führen könnte. Die Abschaffung von Atomwaffen sei eine "gut gemeinte Idee", letzten Endes aber "ein Ding der Unmöglichkeit", resümiert der Rüstungsexperte. (Fabian Sommavilla, 21.8.2020)