Conway zählte zu Trumps loyalsten Weggefährtinnen.

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Washington – Die Beraterin des US-Präsidenten Donald Trump und Managerin seines Wahlkampfs 2016 ist aus privaten Gründen zurückgetreten. Ende des Monats werde sie das Weiße Haus verlassen, um sich auf ihre Familie zu konzentrieren, erklärte Kellyanne Conway. Der Zeitpunkt kommt denkbar ungünstig für Trump – am 3. November steht er gegen Joe Biden zur Wiederwahl.

Das Statement Conways zum Rücktritt.

Conway war eine seiner loyalsten Weggefährtinnen, obwohl Trump ihren Mann nach Kritik an seiner Person als "Ehemann aus der Hölle" bezeichnete. George Conway sagte, er halte Trump "für sein Amt geistig ungeeignet".

Auf Twitter verkündete er, dass er mit dem Abgang seiner Frau aus dem Weißen Haus auch von seiner Funktion beim Lincoln Project zurücktritt. Das Projekt hat den Zweck, "Trump und Trumpismus an der Wahlurne zu verhindern".

Kellyanne Conway war 2016 die dritte Wahlkampfmanagerin Trumps. Sie war außerdem die erste Frau, die in den USA eine Wahlkampagne leitete, die zum Sieg des Kandidaten führte. Ihre Zeit bei Trump beschreibt Conway als "berauschend" und "eine Erfahrung, die einen demütig werden lässt".

Kritische Tochter

In jüngster Zeit verantwortete Conway vor allem, dass Trump seine regelmäßigen – wenn auch kürzeren – Briefings zum Kampf gegen das Coronavirus wiederaufnahm. Das soll unter anderem dazu geführt haben, dass sich die schlechten Umfragewerte des Präsidenten erholten.

Nur einen Tag bevor das Ehepaar Conway seine Entscheidung zu den Rücktritten bekanntgab, hatte ihre 15-jährige Tochter Claudia erklärt, dass sie sich von ihren Eltern emanzipieren und für mündig erklären lassen wolle. Immer wieder hatte sie sich auf Twitter kritisch gegenüber den konservativen Ansichten der beiden geäußert.

Die Conways kennen Trump bereits seit mehreren Jahren. Sie trafen ihn zum ersten Mal, als er Immobilienunternehmer in New York war. Als Trump im Jahr 2011 mit dem Gedanken spielte, bei der Präsidentschaftswahl anzutreten, war Kellyanne Conway eine der ersten Personen, die er um Rat für eine Kampagne fragte. Conway beriet auch Vizepräsident Mike Pence, als er noch Gouverneur von Indiana war. (APA, red, 24.8.2020)