Alle 121 Citybike-Standorte sind ab spätestens Mittwoch wieder in Betrieb. Das gaben Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und die für Öffis zuständige Stadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) am Montag bekannt.

Foto: apa/schneider

Wien – Spätestens ab Mittwoch sind in Wien alle 121 Stationen des Radverleihsystems Citybike wieder aktiv. Damit sind auch jene 61 Stationen innerhalb des Gürtels wieder nutzbar, die vor einem Monat vom Betreiber Gewista gesperrt wurden. Wie berichtet hatte Gewista zuvor erfolglos mit der zuständigen Verkehrsstadträtin Birgit He- bein (Grüne) darum gekämpft, dass die Stadt 1,1 Millionen Euro Kosten für den laufenden Betrieb auch dieser 61 Stationen übernimmt. Die Grünen führten hier eine fehlende rechtliche Basis ins Treffen.

Bürgermeister Michael Ludwig und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) zogen das Thema an sich und präsentierten am Montag eine "Übergangslösung" bis 2021: Gewista erhält von der Stadt insgesamt 1,8 Millionen Euro pro Jahr für den Betrieb aller 121 Stationen. Sima sprach von einem "rechtskonformen Weg" über ein Verhandlungsverfahren, ohne das näher auszuführen: Die Beauftragung der Gewista erfolgt jedenfalls nicht direkt durch die Stadt, sondern via Wiener Linien. Budgetiert sind die neuen Ausgaben für die Stadt noch nicht. Sima hofft, dass Citybike noch Sponsoren gewinnen kann, die Teile der zusätzlichen Kosten übernehmen.

Ab 2022 ist ein neues Radverleihsystem geplant, das auch E-Mobilität zum Thema haben soll. Die europaweite Ausschreibung startet laut Wiener Linien im kommenden Jahr. Ziel ist eine Vernetzung verschiedener Sharing-Systeme und auch ein Ausbau von Verleihstationen in den Außenbezirken. (krud, 25.8.2020)