Bild nicht mehr verfügbar.

Das derzeit am längsten im Dow vertretene Unternehmen muss den Index Ende August verlassen: der Ölriese Exxon Mobil.

Foto: ap/drew

Irving – Der steile Aufstieg vieler Tech-Werte in der Corona-Pandemie und die schwindende Bedeutung fossiler Energien wirbeln den bekanntesten Aktienindex der Welt, den Dow Jones Industrial, durcheinander. Das derzeit am längsten im Dow vertretene Unternehmen, der Ölriese Exxon Mobil, muss den Index Ende August verlassen.

Auslöser der Änderung ist der Aktiensplit von Apple, wie der Indexanbieter S&P am Montagabend mitteilte. In der Folge sinkt nämlich die Gewichtung des iPhone-Konzerns im Dow Jones. Deshalb müsse ein anderer Tech-Wert die Lücke schließen: Nachrücker ist der Softwareexperte Salesforce. Der Index soll schließlich die US-Wirtschaft abbilden, die immer stärker durch Firmen der New Economy bestimmt wird.

Aktienkurs seit Ende 2008 nahezu halbiert

Salesforce ist ein Sinnbild des steilen Aufstiegs der Branche in den vergangenen Jahren. Seit den Tiefständen in der Weltfinanzkrise 2008 hat sich der Kurs des Unternehmens in etwa vervierzigfacht. Der Konzern bringt es mittlerweile an der Börse auf einen Wert von fast 190 Milliarden Dollar (160 Milliarden Euro) und ist damit rund zehn Milliarden mehr wert als Exxon Mobil. Der Aktienkurs des Ölriesen hat sich seit Ende 2008 hingegen nahezu halbiert.

Auch Pfizer und Raytheon Technologies raus

Die Änderung im Dow wird am 31. August vor dem Handelsstart umgesetzt. Dann müssen auch der Pharmakonzern Pfizer und der erst vor kurzem durch eine Fusion entstandene Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Raytheon Technologies weichen. Nachrücken werden der Biotech-Konzern Amgen und der Mischkonzern Honeywell.

Apples Aktiensplit wird ebenfalls am 31. August vollzogen. So erhalten die Aktionäre des Konzerns für jedes Papier drei weitere. Mit einem solchen Schritt wollen Unternehmen ihre Aktien nach starken Kursanstiegen wieder günstiger machen. Gerade Kleinanleger scheuen vor Aktien zurück, die pro Stück mehrere hundert Dollar oder Euro kosten.

Der Apple-Kurs liegt nach einem Anstieg um mehr als 70 Prozent allein im bisherigen Jahresverlauf mittlerweile über 500 Dollar. Durch den Split wird sich der Kurs vierteln. Zuletzt hatte Apple im Jahr 2014 seinen Wert mit der Ausgabe zusätzlicher Papiere auf mehr Aktien verteilt. Der Börsenwert des Unternehmens hatte jüngst die Schwelle von zwei Billionen Dollar überschritten.

Bei der Berechnung des Dow Jones Industrial spielen aber die Aktienkurse die wesentliche Rolle – auf die Marktkapitalisierung kommt es nicht an. Und durch den Aktiensplit von Apple wird der Kurs sinken, da sich der Wert des Konzerns auf mehr Papiere verteilt. Damit würde auch die Bedeutung der Tech-Branche zurückgehen, weshalb der Indexanbieter S&P nun nachbesserte.

Die Bedeutung der aktuellen Tech-Booms und die Nachteile einer zu hohen Gewichtung der klassischen Industrie für Indizes zeigen die Entwicklungen des Dow Jones und des Tech-Werte-Barometers Nasdaq 100. Während der Dow 2020 noch immer leicht im Minus notiert, hat der Nasdaq 100 die Corona-Krise abgehakt und mit einem Plus von 33 Prozent im laufenden Jahr eine Rekordhöhe erreicht. (APA, 25.8.2020)