Chris Brown, der Erfinder des RSD bei der Qualitätskontrolle. Am Samstag ist Record Store Day 1/2020.

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Was Kindern Weihnachten ist, ist Plattensammlern der Record Store Day (RSD). Der Advent hat für diese großen Kinder heuer lange gedauert. Anstatt am dritten Samstag des Aprils stattzufinden, fiel der seit 2008 begangene Ehrentag für unabhängige Plattenläden dem Corona-Lockdown zum Opfer.

Unabhängige Plattenläden sind als Dealer für Freunde eines Randgruppenmediums ohnehin seit den 1990ern eine bedrohte Art. Zwar verkauft sich Vinyl hierzulande wieder so sehr wie in den frühen 1990ern, wer mit dem Verkauf von Schallplatten reich werden möchte … wie soll man sagen, viel Glück!

Der Record Store Day ist der umsatzstärkste Tag für viele Geschäfte, diese oft Ein-Personen-Unternehmen. Doch der Tag wurde nicht einfach ausgelassen, die Veranstalter kamen überein, ihn auf drei Tage im August, September und Oktober aufzusplitten.

Shopping mit Abstand

Kommenden Samstag ist der erste dieser drei. Unter Einhaltung der Corona-Regeln (Abstand halten, Maske tragen, was in mikroskopischen Läden wie dem Wiener Black Monk spannend werden dürfte), stellen sich am Samstag Vinylfreunde an, um die begehrten, limitierten und ausschließlich auf Platte erhältlichen Objekte ihres Begehrens auszufassen.

Fast 30 Läden (siehe Liste unten) machen quer übers Land verteilt mit. Corona ist heuer noch ein Grund mehr, diese Aufrechterhalter des Kulturguts Schallplatte zu unterstützen und sich vielleicht nicht nur wegen der obligatorischen U2-Platte anzustellen. Es gibt ja auch richtig gute Musik beim RSD. Und: Für die teilnehmenden Läden ist ohnehin jeder Tag eine Record Store Day. (Karl Fluch, 27.8.2020)