In den kommenden Wochen sollen Updates bei der Corona-Contact-Tracing-Schnittstelle von Google und Apple die technischen Rahmenbedinungen für ein Warnsystem ohne Corona-App schaffen

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Apple und Google rollen die zweite Phase der Contact-Tracing-Schnittstelle aus. Das über Bluetooth funktionierende Warnsystem wird in Apples iPhone-Betriebsystem mit der iOS 13.7 Beta stärker in das System integriert, iPhone-Nutzer haben nun die Wahl die Kontaktaufzeichung auch ohne Installation einer Corona-App der Gesundheitsbehörden zu aktivieren. Hinzu kommt ein neuer "Reisestatus" für grenzübergreifende Corona-Kontakt-Warnungen.

Warnsystem ohne App

Zuvor konnten Nutzer das Warnsystem, das bereits im Mai von Apple und Google für iOS und Android verfügbar gemacht wurde, nur verwenden, wenn sie eine offizielle App installierten. Da einige Länder, wie Großbritannien, noch keine für die Öffentlichkeit verfügbare Warn-App besitzen, können die Warnsysteme grenzübergreifend kaum in Verwendung kommen.

In einer Mitteilung gab Apple nun bekannt, dass mit den nächsten Updates Smartphone-Nutzer die Möglichkeit erhalten sollen, künftig auch ohne App ins Implementierte Warnsystem einbezogen werden. Voraussetzung dafür ist jedoch weiterhin die Einwilligung des Nutzers, somit handelt es sich um eine Opt-in-Funktion.

Entscheidung bei Gesundheitsbehörde

Nutzer, die das neue Warnsystem ohne App aktivieren, können so eine Mitteilung erhalten, wenn sie mit jemandem der infiziert wurde in Kontakt gekommen sind, so beschreibt Apple das Update. Wie "The Guardian" berichtet, werden Nutzer jedoch weiterhin eine App benötigen, um zu melden, dass sie selber infiziert wurden. Die Beta von iOS 13.7 ist zurzeit nur für Entwickler verfügbar. Auch für Android ist die Neuerung zu erwarten, da Google zusammen mit Apple bereits angekündigt hatte, das Warnsystem auf Systemebene ausweiten zu wollen.

Eines Berichts von "Heise" zufolge, scheint die jeweilige Gesundheitsbehörde des Landes darüber zu entscheiden, ob auch ohne Installation einer App Mitteilungen über Corona-Kontakte aktiviert werden können. Entwickler, die Zugriff auf die iOS 13.7 Beta haben, berichten demnach dass es in Deutschland weiterhin erforderlich sei, die Corona-Warn-App zu installieren, erst durch sie könne man die Warnmitteilungen aktivieren.

Verfügbarkeitshinweise und Reisestatus

Des weiteren gibt es durch das neue Update auch sogenannte "Verfügbarkeitshinweise". Es handelt sich dabei um eine Mitteilung des iPhones, die den Nutzer darüber in Kenntnis setzt, ob ein Corona-Warnsystem in der Region, in welcher er sich befindet, verfügbar ist. Laut Apple bleibe der dafür ermittelte Standort des iPhones auf dem Gerät und werde nicht übermittelt.

Auch soll künftig Nutzern ein "Reisestatus" zugewiesen werden können. Durch diesen könne das System erfassen, ob ein Nutzer Reisen unternommen hat. So sollen grenzüberschreitende Warnungen vor Corona-Kontakten ermöglicht werden, indem Gesundheitsbehörden dazu veranlasst werden, "Schlüssel mit den Gesundheitsbehörden anderer Regionen zu teilen oder von diesen herunterzuladen", so Apple. Der Reisestatus gebe nur darüber Auskunft, ob der Nutzer in den vergangenen zwei Wochen eine Region außerhalb des Gebietes bereist hat, in der ein Warnsystem aktiv ist. Laut Apple haben weder Behörden, noch das Technologieunternehmen Zugriff auf konkrete Ortsangaben. (red, 28.08.2020)