Was tun, wenn Corona uns im Herbst auf den Fersen bleibt? Dann kann nur eine virensichere Uniform helfen: oben Maske, unten schweres Schuhwerk. Wurde bislang im Homeoffice in Jogginghose und Socken herumgelümmelt, empfiehlt sich für den Herbst das Modell Corona-Cowboy: Hose in den Schaft und runter auf die Straße.

Wer glaubt, die lange verschmähte Kombination sei nur was für breitbeinige Machos oder Trump-Anhänger, sollte sich historische Paparazzi-Bilder von Prinzessin Diana in Erinnerung rufen. Und nein, damit sind nicht ihre Outfits auf der Pferdekoppel gemeint. Sie zog in den Achtzigern Boots über ihre Hosen, setzte sich eine Basecap auf und brachte so William und Harry in die Schule. Auf Instagram werden jene Auftritte Dianas noch immer gefeiert.

Seit einiger Zeit ist nun zu beobachten, dass die Hosen sich wieder in den Stiefelschäften verstecken. Ob ein Mann oder eine Frau in diesem Aufzug steckt, ist dabei zweitrangig.

Jeans in Cowboyboots: Streetstyle während der London Fashion Week im Jänner 2020.
Foto: Camera Press / picturedesk.com

Die Botschaft dieser Kombination: Bodenständigkeit und Tatkraft. Nicht umsonst ließen sich Politiker parteiübergreifend bei Überschwemmungen vor Ort in Gummistiefeln fotografieren – die Hosen wurden selbstverständlich in den Schaft geschoben. Ob Michael Spindelegger, Viktor Klima oder Angela Merkel, kaum jemand ließ sich entgehen, in jener Uniform den Krisenmanager zu spielen.

Als Alternative zum Gummistiefel empfehlen Designerinnen wie die Französin Isabel Marant nun Modelle aus Leder. Sie sollten ausreichen, um die "Herausforderungen dieses Herbstes" bewältigen zu können – die wenigsten von uns werden sich heuer in Überschwemmungsgebieten aufhalten.

Auch Isabel Marant empfiehlt für diesen Herbst Hosen in Stiefeln.
Foto: EPA/JULIEN DE ROSA

Stattdessen sollten wir Experimente wagen: rote Hose, weiße Stiefel, keine Angst vor Achtziger-Jahre-Anleihen. Die richtige Haltung, die kommt dann schon von selbst. (Anne Feldkamp, 3.9.2020)