Ewan gewann um Haaresbreite.

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Poitiers – "Pocket Rocket" Caleb Ewan zündete den Turbo, dann flog der kleinste Sprinter der Tour de France mit einem Tigersprung an seinen großen Rivalen vorbei. Der australische Rad-Star hat das packende Kopf-an-Kopf-Duell der weltbesten Sprinter gewonnen und in einer Millimeter-Entscheidung seinen zweiten Etappensieg bei der 107. Frankreich-Rundfahrt gefeiert.

Ewan verwies auf der 167,5 km langen elften Etappe von Chatelaillon-Plage nach Poitiers den Slowaken Peter Sagan (Bora-hansgrohe) und den Iren Sam Bennett (Deceuninck-Quick Step) auf die Plätze. Sagan wurde wegen eines unsportlichen Manövers gegen den Belgier Wout van Aaert nachträglich ans Ende der Spitzengruppe versetzt. Letzterer war darüber extrem verärgert und zeigte dem Slowaken den Mittelfinger. Bennett verteidigte mit Platz drei das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers vor Sagan.

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"Mit zwei Etappensiegen bin ich super happy", sagte Ewan, der am Dienstag auf der malerischen Ile de Re als Zweiter knapp von Bennett geschlagen worden war: "Ich war enttäuscht nach gestern und bin jetzt froh, dass ich auch meine Teamkollegen belohnen konnte."

Mühlberger muss aufgeben

Der Franzose Matthieu Ladagnous war der einzige Fahrer, dem die Teams der Top-Sprinter eine Flucht gewährten. Der 35-Jährige vom Team Groupama-FDJ hatte sich kurz nach dem Start abgesetzt. Als sich ihm später eine Gruppe um den Österreicher Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe) anschließen wollte, zog das Peloton kurzerhand das Tempo an. Das erwartete Sprint-Finale sollte nicht gefährdet werden, Ladagnous war als Solist einfacher zu kontrollieren.

So wurde es ein langer, einsamer Tag für Ladagnous, dessen Zeit an der Spitze 43 Kilometer vor dem Ziel endete. Kurz darauf war die Tour für Gregor Mühlberger vorbei. Der angeschlagene Österreicher stieg vom Rad, völlig entkräftet lehnte er am Bora-Teamfahrzeug – es war der erste Ausstieg eines Fahrers der deutschen Mannschaft.

Mühlberger war als Helfer von Emanuel Buchmann vorgesehen, der seine Klassement-Ambitionen inzwischen verworfen hat. Auch Ion Izagirre (Astana) musste aufgeben, der Spanier saß nach einem Sturz blutend und anscheinend leicht benommen am Straßenrand.

Doppelter Pöstlberger

Pöstlberger wagte sechs Kilometer vor dem Ziel einen erneuten Anlauf. Mit schnellen Tritten attackierte der 28-Jährige, die Flucht blieb aber erneut erfolglos.

Nach zwei Flachetappen in Folge wird am Donnerstag wieder geklettert. Die schweren Pässe der Alpen sind noch weit entfernt, doch die 218 km lange 12. Etappe von Chauvigny nach Sarran bietet dennoch ihre eigenen Schwierigkeiten: Sie ist die längste der Tour 2020. In hügeligem Terrain läuft vieles auf einen Tag der Ausreißer hinaus. (sid, red 9.9.2020)

11. Etappe (Chatelallion-Plage – Poitiers/166,5 km):

1. Caleb Ewan (AUS) Lotto 4:00:01 Stunden
2. Sam Bennett (IRL) Deceuninck
3. Wout van Aert (BEL) Jumbo
4. Bryan Coquard (FRA) B&B
5. Clement Venturini (FRA) AG2R La Mondiale
6. Mads Pedersen (DEN) Trek

Weiter:
82. Felix Großschartner (AUT) Bora alle gleiche Zeit
100. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +1:20 Min.
151. Marco Haller (AUT) Bahrain +4:25
156. Michael Gogl (AUT) NTT +6:16
Gregor Mühlberger (AUT) Bora gab wegen Infekts auf

Anmerkung:
Peter Sagan (SVK) Bora als ursprünglich Zweiter wegen Behinderung im Zielsprint auf den letzten Platz (85.) des Hauptfeldes versetzt.

Gesamtwertung:

1. Primoz Roglic (SLO) Jumbo 46:15:24 Std.
2. Egan Bernal (COL) Ineos +0:21 Min.
3. Guillaume Martin (FRA) Cofidis +0:28
4. Romain Bardet (FRA) AG2R +0:30
5. Nairo Quintana (COL) Arkea +0:32
6. Rigoberto Uran (COL) EF Pro Cycling, gl. Zeit

Weiter:
53. Felix Großschartner (AUT) Bora +1:06:42 Std.
102. Michael Gogl (AUT) NTT +2:02:12
123. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +2:15:38
158. Marco Haller (AUT) +2:42:20