Erfolgsautorin J.K. Rowling.

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Eigentlich erfreut sich "Harry Potter"-Autorin J. K. Rowling aktuell bester Gesundheit – auf Twitter wird jedoch der Tod der Britin ausgerufen. Erneut wird ihr Transfeindlichkeit vorgeworfen. In Großbritannien erscheint nämlich am Mittwoch das neueste Werk der Autorin: "Troubled Blood". Auf dem Cover findet sich jedoch nicht der Name von Rowling, sondern ihr Pseudonym Robert Galbraith.

Vorwürfe der Transfeindlichkeit

Bei "Troubled Blood" handelt es sich um den fünften Teil einer Serie rund um den Detektiv Cormoran Strike. In seinem neuesten Fall beschäftigt er sich mit einem Serienkiller, der sich als Frau verkleidet, um seine Opfer zu töten. Unter dem Hashtag #RIPJKRowling werfen User der Autorin Transfeindlichkeit vor und dass sie mit ihrem Buch erneut Hass gegen transsexuelle Menschen schüre.

Mehrmals in der Kritik

Die Britin stand in diesem Zusammenhang schon mehrmals in der Kritik. So machte sie sich unter anderem über einen Text lustig, in dem von "Menschen, die menstruieren", die Rede war. Sinn der Konstruktion ist es, auch Transmänner einzubeziehen, die zwar menstruieren, sich aber nicht als Frauen identifizieren. Transfrauen, die zwar nicht menstruieren, sich aber mit dem Begriff Frau identifizieren, sollten hingegen aktiv ausgeschlossen werden. "Ich bin mir sicher, da gab es einst ein Wort für diese Menschen", schrieb Rowling sarkastisch.

Rowlings neuestes Buch.
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"Harry Potter"-Stars gegen Autorin

Daraufhin stellten sich sogar Darstellerinnen und Darsteller der "Harry Potter"-Verfilmungen gegen die Autorin. "Transmenschen verdienen es, ihr Leben zu leben, ohne konstant dafür infrage gestellt zu werden", betonte Emma Watson etwa. Auch Daniel Radcliffe – der Hauptdarsteller der populären Filmreihe – distanzierte sich von Rowling. "Transfrauen sind Frauen. Jede Äußerung, die dem widerspricht, löscht die Identität und Würde von Transmenschen aus", schrieb der Schauspieler in einem Blogeintrag.

Gründe von Rowling beschrieben

Rowling veröffentlichte daraufhin kurzerhand einen Essay, in dem sie schrieb, dass sie "wegen des aktuellen Transaktivismus sehr beunruhigt" sei. Darin schildert die Frau auch ihre eigenen Gewalterfahrungen mit ihrem Ex-Mann. Zugleich betont sie aber auch, dass Transfrauen gewaltfrei leben können sollten. Aber jene, die sie selbst als Frauen definiert, sollten deshalb nicht weniger sicher sein. "Wenn man die Tür zu Toiletten und Umkleiden für jeden Mann aufreißt, der glaubt, eine Frau zu sein, dann öffnet man die Tür für jeden und alle Männer, die hineinkommen wollen."

Keine Reaktion auf neuerlichen Shitstorm

Die neuerliche Diskussion wurde unter anderem durch eine Buchbesprechung angefacht. Der Telegraph schrieb etwa, dass die Moral des Buchs scheint, dass man nie einem Mann im Frauenkleid glauben solle. Rowling äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Der vorerst letzte Retweet der Autorin ist von einem Sportler, der beschreibt, dass er wohl seine Gegnerinnen beim Rugby verletzten würde, wenn er sich künftig als Frau identifiziert und gegen Spielerinnen antritt. (red, 15.9.2020)