Tamika Palmer, die Mutter von Breonna Taylor, vor Journalisten am Dienstag.

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Louisville – Sechs Monate nach der Tötung von Breonna Taylor bei einer Polizeirazzia hat sich die Stadt Louisville im US-Bundesstaat Kentucky mit Taylors Familie auf einen Vergleich in der Höhe von zwölf Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) geeinigt. Als Teil der Einigung kündigte Bürgermeister Greg Fischer verbindliche Polizeireformen an.

Künftig soll unter anderem jeder Gewalteinsatz von Polizisten genau verfolgt und gegebenenfalls von einer neu geschafften Kontrollbehörde untersucht werden. Zudem sollen Polizisten mit Hilfe eines neuen Programms bei Einsätzen auch von Sozialarbeitern begleitet werden können. Fischer versprach zudem eine strengere Kontrolle von Dursuchungsbefehlen und mehr Transparenz bei Polizeieinsätzen.

Anwalt fordert Anklage

Taylors Tod stand neben jenem von George Floyd im Fokus der Black-Lives-Matter-Proteste, einer der größten Antirassismusbewegungen in der US-Geschichte. Am 13. März brach die Polizei gewaltsam und ohne Vorwarnung die Tür zu der Wohnung der 26-Jährigen auf. Danach kam es zu einem Schusswechsel zwischen Taylors Partner und der Polizei. Taylor wurde Medienberichten zufolge von acht Kugeln getroffen.

Im Juni 2020 entließ die Polizei von Louisville einen der drei beteiligten Polizisten, Brett Hankison, wegen "extremer Gleichgültigkeit für den Wert eines menschlichen Lebens" als er die Schüsse abfeuerte. Die beiden anderen Beamten wurden wieder in den Dienst zugeteilt. Keiner der drei wurde bisher angeklagt. Ein Anwalt der Familie von Taylor, Ben Crump, der auch die Familie von George Floyd vertritt, forderte, die verantwortlichen Beamten müssten "sofort" verhaftet und angeklagt werden. (red, APA, 15.9.2020)