Chinesische Weiße Delfine kehren wegen des reduzierten Schiffsverkehrs in der Coronakrise zunehmend in die Gewässer um Hongkong zurück. Rund um die chinesische Sonderverwaltungsregion drängen sich normalerweise Containerschiffe und Fähren. Nun wird die in der Region selten gewordene Delfinart mit dem wissenschaftlichen Namen Sousa chinensis immer häufiger gesichtet.

Ein Delfin vor der Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke.
Foto: Reuters/Bobby Yip

Die Säugetiere würden sich allmählich wieder nach Hongkong wagen, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensbedingungen für die Tiere verbessert haben, wie Wissenschafter der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichteten.

Kontaktfreudige Säuger

Chinesische Weiße Delfine sind trotz ihres Namens häufig auch grau oder rosafarben – letzteres kommt von Blutgefäßen, die durch die helle Haut der Tiere schimmern. Sie sind in der Mündung des Pearl River westlich von Hongkong beheimatet und kommen auch in den Gewässern um Macao, Taiwan und Singapur vor. Wegen des immer dichteren Schiffsverkehrs nahmen ihre Sichtungen im Laufe der Jahre ab.

Sichtungen haben Forschern zufolge in den vergangenen Monaten um 30 Prozent zugenommen.
Foto: Reuters/Bobby Yip

Meeresforscher der St. Andrews University in Großbritannien sagten der Hongkonger Zeitung, dass Sichtungen der seltenen Delfine in den vergangenen Monaten um 30 Prozent gestiegen seien. Den Forschern zufolge ermöglichten die ruhigeren Gewässer den Delfinen, sich in größeren Gruppen zu versammeln und mehr Kontakte zu knüpfen, was auch eine genauere Untersuchung des Verhaltens der Säugetiere erlaube. (red, APA, 20.9.2020)