Helfer versuchen die Wale wieder ins tiefe Wasser zu leiten.

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Sydney – Das Drama um hunderte in Südaustralien gestrandete Wale hat sich ausgeweitet. Nach Angaben von Tierschützern verendeten bis Dienstag bereits bis zu 90 Grindwale an der Küste der Insel Tasmanien. Bei einem Rettungseinsatz, der am Dienstag anlief, konnten nach Angaben des Meeresschutzprogramms der tasmanischen Regierung bis Mittag 25 Tiere gerettet werden. Sie seien von Sandbänken oder aus seichtem Wasser befreit worden und befänden sich nun wieder im Meer.

ABC News (Australia)

Rund 60 Helfer

Die Wale waren am Montag in der Gegend um die abgelegene Macquarie-Bucht im Westen der Insel gestrandet. Die meisten Tiere seien mit Booten nicht zu erreichen, sagte der Biologe Kris Carlyon vor Journalisten. Rund 60 Retter konzentrierten sich nun auf die Wale, die die besten Überlebenschancen hätten. "Einige Tiere sind vielleicht einfach zu groß oder an einem ungeeigneten Ort", sagte Carlyon. Es sei eine der schwierigsten Rettungsaktionen verglichen mit frühere Massenstrandungen in Tasmanien.

Die Rettung werde sich wohl einige Tage hinziehen, sagte Carlyon weiter. Langflossen-Grindwale seien aber robuste Tiere und könnten bei kühlen Temperaturen mehrere Tage überleben. "Wenn man bedenkt, dass sie nass sind, dass sie kühl sind, dann haben wir hier tatsächlich geeignetes Wetter." An der Rettung beteiligt seien vor allem Experten der tasmanischen Behörde für Naturschutz, ausgebildete Freiwillige und die Polizei.

Grindwale sind sehr soziale Tiere, mehrere Hundert Wale können gemeinsam auf Wanderschaft sein. Dabei folgen die Gruppen – Schulen genannt – einzelnen Leittieren. Diesen schwimmen sie auch in flaches Wasser nach, wo sie sich nicht mehr orientieren können. Bei solchen Massenstrandungen, deren Ursachen noch weitgehend unklar sind, stirbt meist ein Großteil der Tiere.

Massenstrandungen von Walen an der tasmanischen Küste sind keine Seltenheit. Doch ist eine derart große Gruppe gestrandeter Wale auf der Insel bereits seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gesichtet worden. (APA, 22.9.2020)