Die Kanadierin war am Wochenende festgenommen werden, am Dienstag stand sie schon vor Gericht.

Foto: REUTERS/LINDSAY DEDARIO

New York / Washington – Gegen eine Kanadierin, die nach der Versendung eines Briefes mit hochgiftigem Rizin an Donald Trump festgenommen worden war, ist Anklage wegen Bedrohung des US-Präsidenten erhoben worden. Die 53-Jährige wurde am Dienstag einem Bundesgericht in New York vorgeführt.

Laut der Anklageschrift steckte in dem Umschlag mit dem Gift ein Brief an Trump, in dem die Frau den Präsidenten als "hässlichen Tyrannen-Clown" bezeichnete. Sie warf ihm demnach in dem Schreiben vor, "die USA zu ruinieren und in die Katastrophe zu führen".

Bei dem Gerichtstermin reichte der Richter im Namen der Angeklagten ein Plädoyer auf nicht schuldig ein. Dadurch bekommt sie in dieser Phase des juristischen Prozederes größere Rechte gewährt, als wenn sie auf schuldig plädieren würde. Während des Termins sagte die Frau nur wenige Worte.

Brief gelangte nicht zu Trump

Die Frau war am Wochenende festgenommen worden, als sie von Kanada in die USA einreisen wollte. Sie hatte eine Schusswaffe bei sich. Der Rizin-Brief an Trump war abgefangen worden und nicht bis ins Weiße Haus gelangt. Post für das Weiße Haus wird zuerst in Lagern außerhalb von Washington sortiert und untersucht.

Nach Angaben der kanadischen Polizei sowie der US-Justiz hatte die Frau Briefe mit Rizin nicht nur an Trump, sondern auch an mehrere Adressen im US-Bundesstaat Texas verschickt. Den US-Angaben zufolge waren die Briefe an Beamte in Hafteinrichtungen gerichtet, in denen die 53-Jährige im vergangenen Jahr wegen illegalen Waffenbesitzes eingesessen hatte.

Rizin ist ein giftiges Eiweiß, das aus dem Samen des Wunderbaumes gewonnen wird. Bei Menschen kann die Substanz bei Einatmen, Schlucken oder Injektion zu schweren Organschäden führen, je nach Dosis auch zum Tod. Ein Gegengift ist nicht bekannt. (APA, 23.9.2020)