Seit vergangenem Jahr können chinesische Nutzer die Wikipedia nicht mehr aufrufen.

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Die UN-Weltorganisation für geistiges Eigentum, kurz WIPO (World Intellectual Property Organisation) gilt als einer der wichtigsten Orte, wenn es um Urheberrechte geht – denn die Grundsätze und damit verbundene politische Regulierungen werden dort ausgehandelt. Die chinesische Regierung hat nun die Aufnahme der Wikimedia, der Trägerorganisation der freien Enzyklopädie Wikipedia, als Beobachter blockiert. In dieser Rolle befinden sich 400 nationale und internationale Organisationen, die die Regierungen beraten und somit Entscheidungen mitgestalten.

Wikipedia gesperrt

Wikimedia will vor allem einen freien Zugang zu Informationen schaffen, weswegen die NGO diese Rolle einnehmen wollte – allerdings scheitert das Ansuchen an China. Der WIPO-Repräsentant erklärt das einem Bericht von "netzpolitik.org" zufolge damit, dass eine der anerkannten Wikimedia-Organisationen sich in Taiwan befinde – und dass durch die Mitgliedsorganisationen auch das Ziel verfolgt werden könne, "die staatliche Souveränität und territoriale Integrität des Staates" zu untergraben.

Die chinesische Regierung sperrte im vergangenen Jahr den Zugang zu Wikipedia. Zuvor waren bereits einzelne Artikel, beispielsweise zu dem Massaker am Tian’anmen-Platz im Jahr 1989, blockiert worden. Seit 2019 ist die gesamte Plattform nicht mehr erreichbar. Die chinesische Regierung schottet mit einer Firewall das Internet in dem Land von dem Rest der Welt ab. Durch die Überwachung von Nutzern und eine rigorose Medienzensur unterbindet die chinesische Regierung kritische Inhalte. (red, 27.9.2020)