Bytedance ging juristisch gegen das geplante Verbot vor.

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Im Streit um die Kurzvideo-App Tiktok will ein Richter noch am Sonntag entscheiden, ob die App wie von der US-Regierung geplant aus dem Angebot von Apple und Google verbannt wird. Er werde noch vor Ende des Tages einen Beschluss fällen, erklärte Richter Carl Nichols nach einer Anhörung am Sonntag. Eine Verbannung würde bedeuten, dass die App in den USA nicht mehr heruntergeladen werden könnte.

90 Tage Zeit

Derzeit wird über eine Übernahme von Tiktok durch den US-Softwarekonzern Oracle und den Einzelhändler Walmart verhandelt. Einzelheiten sind dazu sind aber nicht bekannt. US-Präsident Donald Trump hatte Mitte August verfügt, der Tiktok-Eigner Bytedance habe 90 Tage Zeit, um das Unternehmen zu verkaufen. Ansonsten werde der vor allem bei Jugendlichen beliebte Dienst verboten. Trump hatte dies mit der Sorge um die Nutzerdaten von rund 100 Millionen Amerikaner begründet, die über das chinesische Unternehmen in die Hände der Kommunistischen Partei der Volksrepublik gelangen könnten.

Bytedance: Politische Überlegungen

Bytedance ging juristisch gegen das geplante Verbot vor. Die von der US-Regierung geplanten Beschränkungen stünden nicht mit nationalen Sicherheitsbedenken, sondern mit politischen Überlegungen angesichts der bevorstehenden Präsidentenwahl im Zusammenhang, hatte das Unternehmen erklärt. (Reuters, 27.9.2020)