Die deutsche Wissenschaftsministerin Anja Karliczek spricht von einem Meilenstein.

Foto: REUTERS/Hannibal Hanschke

Das bisherige EU-Forschungsförderungsprogramm "Horizon 2020" läuft heuer aus, doch sein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Mit "Horizon Europe" soll nach einem Vorschlag der EU-Kommission der Wissenschafts- und Technologiesektor für die Jahre 2021 bis 2027 gestärkt werden und bis zu 100.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die zuständigen Minister haben sich nun auf eine gemeinsame Position geeinigt. Insbesondere habe man sich auf die Verteilung der rund 80 Milliarden Euro verständigt, sagte die deutsche Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek am Dienstag nach einem Treffen in Brüssel.

Nun müssen die EU-Staaten noch mit dem Europaparlament verhandeln, das deutlich mehr Geld für das Forschungsprogramm fordert. "Ich glaube mit dem, was wir heute beschlossen haben, ist ein ganz wichtiger Meilenstein erreicht worden, damit 'Horizon Europe' pünktlich zum neuen Jahr starten kann", sagte Karliczek.

Rund 80 Milliarden

Das Programm enthält drei Schwerpunkte: Wissenschaftsexzellenz, globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas sowie Innovation in Europa. Insgesamt sind dafür nach einer Festlegung der EU-Staats- und Regierungschefs rund 80 Milliarden Euro vorgesehen – 75,9 Milliarden aus dem mehrjährigen EU-Budget und fünf Milliarden Euro aus dem Corona-Ausbauinstrument.

Das Geld solle weitgehend proportional aufgeteilt werden, sagte Karliczek. Mit einer Ausnahme: 200 Millionen Euro wurden gesondert dem Marie-Sklodowska-Curie-Programm zugesprochen, einem Teilprogramm, mit dem rund 1.700 Nachwuchsforschern Auslandsaufenthalte ermöglicht werden sollen. (APA, red, 30. 9. 2020)