Umfärbungen der Corona-Ampel haben keine konkreten Maßnahmen zur Folge.

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Seit 14 Uhr tagt, wie jeden Donnerstag, die Corona-Ampel-Kommission. Sie entscheidet wöchentlich über Umfärbungen auf der Österreichkarte. Am Ende jeder Sitzung – meist gegen Abend – stimmt die Kommission über die neuen Ampelfarben ab. Oft werden aber bereits davor – vor allem über den Boulevard – Gerüchte verbreitet, was passieren könnte. Heute etwa steht eine Rotfärbung von St. Pölten und Hermagor im Raum. Was ist dran?

Im Vorfeld der Sitzung erstellen die Ages (die staatliche Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) und die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) einen Vorschlag für Umfärbungen – basierend auf verschiedenen Kriterien, nicht nur den reinen Fallzahlen. Der dieswöchige Vorschlag liegt dem STANDARD vor. Darin sind keine Rotfärbungen vorgesehen, sehr wohl aber zahlreiche neue orange Regionen.

Rotfärbungen möglich

Die Kommission könnte sich heute dennoch auch auf rote Bezirke verständigen. Denn die sogenannte risikoadjustierte Inzidenz – eine Art bereinigte Fallzahl mit mehr Aussagekraft – schlägt in St. Pölten und Hermagor momentan ziemlich aus. Auch in Hallein und Landeck ist sie sehr hoch. Über diese Bezirke wird in der Kommission diskutiert werden. Sie könnten auch auf Rot geschaltet werden. Am Abend wird das feststehen.

Die Frage ist aber: Was würde das überhaupt bedeuten?

Vorerst einmal gar nichts, außer dass die betroffenen Regionen wüssten, dass nun "sehr hohes Risiko" besteht. DER STANDARD hat im Gesundheitsministerium noch einmal nachgefragt: Es gibt keine fixen Vorgaben, was bei welcher Farbe passiert. Ende September wurden die Maßnahmen österreichweit verschärft – unter anderem herrscht nun eine Maskenpflicht im gesamten Handel, und Veranstaltungen wurden beschränkt.

Länder entscheiden über Maßnahmen

Würde eine Region rot, hätten die Landeshauptleute und Bezirksverwaltungsbehörden in den betroffenen Regionen aber natürlich die Möglichkeit, darüber hinaus schärfere Maßnahmen zu setzen, sagt ein Sprecher von Minister Rudolf Anschober (Grüne).

Was den Vorschlag von Ages und GÖG betrifft, könnten heute jedenfalls dutzende Bezirke orange eingefärbt werden. Vor allem Oberösterreich ist betroffen – hier liegen gleich acht Empfehlungen für eine Umfärbung auf Orange vor. (Katharina Mittelstaedt, 8.10.2020)