Für eine große Überraschung an diesem NFL-Wochenende sorgten die Las Vegas Raiders, die tatsächlich den amtierenden Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs mit 40:32 besiegen konnten. Es war eine enge Partie, mit einem 24:24 ging es ins letzte Viertel. Die Defensive der Raiders konnte die vielseitige und sonst so unberechenbare Offensive der Chiefs aber weitestgehend neutralisieren.

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Dabei packte Patrick Mahomes (22/43, 340 Yards, zwei TDs, eine INT) gleich im ersten Drive eine absurde 60-Yard-Bombe (in Double-Coverage) auf Tyreek Hill zum vermeintlichen Touchdown aus – leider wurde das Play aufgrund einer Holding-Penalty zurückgepfiffen. Der Spielzug steht aber auf der Liste der Scores, die nie passiert sind, ganz oben.

Generell war das Spiel eines für tiefe Pässe, egal bei welchem Team. Ob Hill (78 Yards), Sammy Watkins (24 Yards, ein TD), Mecole Hardman (50 Yards) oder Travis Kelce (108 Yards, ein TD) auf der einen oder Raiders-Rookie Henry Ruggs (118 Yards, ein TD), Nelson Agholor (67 Yards, ein TD) oder Darren Waller (48 Yards, ein TD) auf der anderen Seite – das Ei flog tief durch die Luft und fand auch Abnehmer. Die Raiders um Derek Carr (22/31, 347 Yards, drei TDs, eine INT) überzeugten aber in allen Bereichen: Das Laufspiel durch Josh Jacobs (23 Carries, 77 Yards, zwei TDs) bzw. Devontae Booker (sieben Carries, 62 Yards) lief zwar langsam an, aber es war in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Wie auch die Defensive, die durch Jeff Heath für die erste Interception von Pat Mahomes in der aktuellen Saison sorgen konnte und das Spiel praktisch entschied. Man mag von Jon Gruden halten was man will, aber er findet immer wieder Wege, erfolgreichen Football spielen zu lassen. Kansas City versuchte zum Schluss noch viel, den Raiders-Abwehrriegel konnte man aber einmal zu wenig überwinden.

Derek Carr feierte seinen ersten Sieg im siebten Spiel gegen die Chiefs und steht mit seinem Team aktuell bei drei Siegen und zwei Niederlagen. Die Chiefs mussten zum ersten Mal seit 336 Tagen wieder als Verlierer vom Platz gehen.

Das Comeback des Jahres

Beim Washington Football Team blieb unter der Woche auf der Quarterback-Position kein Stein auf dem anderen. Der bisherige Starter Dwayne Haskins wurde nach sehr fragwürdigem Verhalten (trotz Niederlagen soll er sehr mit seinen nicht wirklich berauschenden Yard-Zahlen geprahlt haben) gleich zum dritten Quarterback im Kader hinter Kyle Allen und Alex Smith degradiert. Allen gab gegen die Los Angeles Rams sein Debüt für das Hauptstadt-Team, machte seine Sache auch ordentlich, musste aber im zweiten Viertel, nach einem Helmet-to-Helmet-Hit mit Jalen Ramsey mit einem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung vom Feld. Der Gänsehaut-Moment des Football-Jahres sollte folgen: Alex Smith, vor zwei Jahren schwer am Bein verletzt (zwischenzeitlich stand eine Amputation im Raum), gab sein Comeback!

Obwohl Allen tatsächlich wieder gecleared wurde und weiterspielen hätte können, blieb Washington Head Coach Ron Rivera bei Smith. Und weil das noch nicht kitschig genug ist, durfte er sich gleich gegen die dominante Rams D-Line um Aaron Donald beweisen. Sonderlich große Chancen hatte er aber nicht, Smith (8/16, 36 Yards) fand sich gleich sechs Mal am Boden wieder. Die Rams konnten auch wegen ihrer Defensive deutlich mit 30:10 gewinnen.

Jared Goff (21/30, 309 Yards, zwei TDs, eine INT) startete extrem heiß und führte sein Team in den ersten drei Drives auch gleich zu zwanzig Punkten. Dann setzte der Regen ein und damit auch die Probleme für die Rams-Offensive. Die Defensive Washingtons zeigt sich im Jahr 2020 alles andere als schwach und konnte sich auch besser auf Goff einstellen. Schlussendlich fuhr LA aber den Sieg trocken heim. Auch wegen Aaron Donald, der auf vier Sacks, vier Tackles (drei für Raumverlust) kam und zusammen mit Troy Reeder (zehn Tackles, zwei für Raumverlust, drei Sacks) das Football Team vor extreme Probleme stellte. Die Rams stehen bei vier Siegen und einer Niederlage, Washington bei einem Sieg und vier Niederlagen.

Rettet Joe Burrow solange es noch geht

Als Joe Burrow im April von den Cincinnati Bengals gedrafted wurde, fluteten sofort wunderschön gesetzte Grafiken das Internet: Burrow gegen Roethlisberger, Burrow gegen Mayfield, Burrow gegen Jackson – ein zweimaliger Super Bowl-Sieger und drei Heisman-Winner in einer Division. Offensiv, so schön und gut. Allerdings hätte man die Sujets mit einem anderen Vermerk bauen sollen: Burrow und keine Offensive-Line gegen die dominanten Defensiven aus Pittsburgh, Baltimore und mit Abstrichen auch Cleveland. Gegen die Baltimore Ravens hatte es der Spielmacher alles andere als leicht, zwischenzeitlich musste man sich ob des Drucks der Ravens-Defense echte Sorgen um Burrow machen. Viel zu holen gab es dementsprechend nicht, Burrow (19/30, 183 Yards, eine INT) sah sich gleich sieben Mal am Boden, warf eine Interception und verlor einmal nach einem Sack von seinem ehemaligen LSU-Teamkollegen Patrick Queen auch das Ei. Burrows Präsenz in der Pocket ist mitunter schlichtweg fantastisch, gegen Druck von allen Seiten ist aber auch er hilflos.

Baltimores Sieg war ungefährdet, Lamar Jackson (19/37) musste an diesem Abend nur das nötigste machen, was in seinem Fall eben 180 Yards und zwei Touchdowns bedeutet. Hollywood Brown (sechs Receptions, 77 Yards, ein TD) und Mark Andrews (sechs Receptionss, 56 Yards, ein TD) stellten die wichtigsten Ballabnehmer dar. Das Laufspiel führte Mark Ingram (elf Carries, 57 Yards) an, Devin Duvernay lief einmal für 42 Yards, Rookie J.K. Dobbins einmal für 34. Für den dritten Touchdown sorgte Patrick Queen, der einen von Marlon Humphrey forcierten Fumble in die Endzone tragen konnte. Ein weiteres dominantes Spiel des Ravens-Erstrundenpicks.

Die Ravens stehen damit bei vier Siegen und einer Niederlage, die Bengals bei einem Sieg, drei Niederlagen und einem Unentschieden.

Neue Waffen in Pittsburgh

Die Pittsburgh Steelers konnten nach der coronabedingten Zwangspause vergangene Woche gegen die Philadelphia Eagles wieder aufs Feld zurückkehren. Und zeigten auch gleich, was sie in der Bye-Week einstudiert haben. Die junge Garde an Wide Receivern um Chase Claypool (vier TDs), Diontae Johnson und Ray-Ray McCloud zeigte groß auf und dürfte auch in den kommenden Wochen eine ordentliche Rolle spielen. Vor allem Claypool (sieben Receptions, 110 Yards) hatte sein absolutes Breakout-Game und ließ seine Gegenspieler regelrecht verzweifeln. Vier Touchdowns als Ballfänger in einem Spiel – ein Wert den man praktisch nie sieht. Ben Roethlisberger (27/34, 239 Yards, drei TDs) verteilte das Ei wie er wollte, zwar hauptsächlich mit kurzen, dafür aber genauen Pässen. Pittsburgh zeigte einige End-Around-Spielzüge, weshalb es nicht verwundert, dass Wide Receiver McLoud das Backfield mit 63 Yards bei zwei Carries anführte.

Bei den Eagles wird’s für Quarterback Carson Wentz (20/35, 258 Yards, zwei TDs, zwei INTs) immer bitterer. Die Leistungen lassen sehr zu wünschen übrig, gegen die Steelers warf er seine siebte und achte Interception der Saison. Viel zu viel, vor allem für diese Saisonphase. Allerdings kamen die Eagles trotz zwischenzeitlichem 17-Punkte Rückstand wieder zurück und verkürzten zu Beginn des Schlussviertels noch auf zwei Punkte. Bei den Steelers geriet der Motor ins Stocken, Big Ben warf eine Interception und brachte so die Eagles noch einmal in Ballbesitz. Drei Minuten vor Schluss hatte Eagles-Kicker die Führung auf dem Fuß, vergab aber ein 50+ Field Goal. Roethlisberger fand anschließend Claypool in der Endzone zur endgültigen 38:29 Entscheidung. Wentz versuchte mit einer Art Hail Mary zu kontern, brachte das Ei aber nur in den Händen der Gegenspieler unter.

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Beide Defensivverbände zeigten keinen guten Football: Pittsburgh ließ Big Plays von Miles Sanders (elf Carries, 80 Yards, zwei TDs) und Receiver Travis Fulgham (zehn Receptions, 152 Yards, ein TD) zu, Philadelphia war allein mit Claypool heillos überfordert.

Die Steelers gehen zum ersten Mal in der langen Roethlisberger-Ära auf 4-0, die Eagles stehen bei einem Sieg, drei Niederlagen und einem Unentschieden.

Flacco auch wieder da

Die New York Jets mussten nach einer Schulterverletzung von Sam Darnold ebenfalls eine Änderung auf der Quarterback-Position durchführen und starteten mit Joe Flacco ins Spiel gegen die Arizona Cardinals. Der ehemalige Super Bowl-MVP hatte ein paar Lichtmomente, aber auch einige grausame Spielzüge und konnte daher nichts an der 10:30 Niederlage seines Teams ändern. Die Jets sollten einfach endlich Adam Gase vor die Tür setzen. Jamison Crowder (acht Receptions, 116 Yards, ein TD) und Le’Veon Bell (13 Carries, 60 Yards) spielten wenigstens noch mit.

Die Cardinals kamen nach zwei Niederlagen wieder zurück auf die Siegerstraße. Kyler Murray konnte sowohl über das Passspiel (27/37, 380 Yards, ein TD, eine INT) als auch über den Lauf (neun Carries, 31 Yards, ein TD) für Punkte sorgen und mit DeAndre Hopkins (sechs Receptions, 131 Yards, ein TD) seine bisher schon hervorragende Beziehung bestätigen. Ansonsten wurde der Ball hauptsächlich gelaufen, Kenyan Drake durfte 18 Mal das Ei tragen (60 Yards, ein TD), Chase Edmonds drei Mal samt untouched 29-Yard-Score. Defensiv war Budda Baker wieder da, er führte das Team auch gleich mit zehn Tackles (einem für Raumverlust) und einem Sack an. Dafür droht Pass Rusher Chandler Jones mit einer Bizeps-Verletzung länger auszufallen. Die Cardinals stehen nun bei einem Sieg-Niederlagenverhältnis von 3-2, die Jets bei 0-5.

Panthers stoßen Falcons weiter ins Tief

Düsterer und düsterer wird es bei den Atlanta Falcons: Fünf Runden gespielt, weiterhin kein Sieg – denn auch gegen die Carolina Panthers mussten man sich mit 16:23 geschlagen geben. Matt Ryan (21/37, 226 Yards) fand einige Möglichkeiten vor, das Spiel in eine andere Richtung laufen zu lassen, kostete seinem Team aber mit einem grausamen Pick in der gegnerischen Endzone den Momentum-Wechsel. Dass die Falcons keine Defensive haben und daher über die Offensive zum Erfolg kommen müssen, ist nichts Neues. Dass Ryan aber zu schwächeln beginnt, ist definitiv neu. Bis auf Todd Gurley (14 Carries, 121 Yards, ein TD), der an sein altes, dominantes Ich erinnerte und Calvin Ridley (acht Receptions, 136 Yards), gab es wenig Positives – außer die Niederlage ändert endlich etwas an der Head Coach-Position. Tatsächlich soll Dan Quinn vor dem Aus stehen und in den kommenden Tagen entlassen werden.

Die Panthers konnten hingegen ihren dritten Saisonerfolg einfahren. Quarterback Teddy Bridgewater (27/37, 313 Yards, zwei TDs) machte keine Fehler und fand in Robby Anderson (acht Receptions, 112 Yards), D.J. Moore (vier Receptions, 93 Yards, ein TD) und Mike Davis (neun Receptions, 60 Yards, ein TD) seine Ballabnehmer. Davis gibt weiterhin die Vertretung für den verletzten Christian McCaffrey, macht seine Sache aber durchaus anständig (89 Rushing Yards). Die Defensive der Panthers spielte sich mit der gegnerischen Offensive, dominierte über Brian Burns (Sack), Shaq Thompson (zehn Tackles) und Justin Burris (INT). 0-5 für Atlanta, 3-2 für Carolina.

Erster Sieg für Texans

Das lange Warten hat ein Ende: nach Niederlagen gegen Kansas City, Baltimore, Pittsburgh und Minnesota, konnten die Houston Texans gegen die Jacksonville Jaguars den ersten Saisonerfolg erzielen. Es war zugleich auch der erste Erfolg in der Post-O’Brien-Ära – die Texans trennten sich in der vergangenen Woche von ihrem Head Coach und General Manager. Der bisherige Defensive Coordinator Romeo Crennel hat interimistisch das Sagen und ist nun mit 73 Jahren auch der älteste Head Coach der Liga. Texans QB Deshaun Watson (25/35, 359 Yards, drei TDs, zwei INTs) hatte zwar wahrlich kein fehlerfreies Spiel, konnte seine Mitspieler Brandin Cooks (acht Receptions, 161 Yards, ein TD), Will Fuller (vier Receptions, 58 Yards, ein TD) und Darren Fells (zwei Receptions, 57 Yards, ein TD) aber immer wieder in Szene setzen. Gerade Cooks sollte spätestens jetzt endgültig in Houston angekommen sein.

Bei den Jaguars konnte Gardner Minshew (31/49, 301 Yards, zwei TDs) zwar ordentliche Zahlen vorweisen, ein verlorener Fumble war am Ende aber ein Fehler zu viel, zumal sein Runnigback James Robinson (48 Yards) in einem äußerst fragwürdigen Trickspielzug ebenfalls einmal das Ei verlor. Generell sind die Jaguars einfach ein komisches Team. Kicker Stephen Hauschka vergab zudem zwei eigentlich sichere Field Goals. Beide Teams stehen jetzt bei 1-4.

It’s Fitzmagic

Nein, weder der Sieg der Chicago Bears über die Tampa Bay Buccaneers oder jener der Las Vegas Raiders über die Kansas City Chiefs stellte den größten Schock des Spieltags dar – in Santa Clara besiegten die Miami Dolphins den Favoriten aus San Francisco deutlich mit 43:17.

Von Beginn an hatte Dolphins-QB Ryan Fitzpatrick (22/28, 350 Yards, drei TDs) seine Freude und führte den Underdog in jedem einzelnen Drive der ersten Halbzeit zu Punkten. Egal ob per Pass auf Adam Shaheen oder DeVante Parker (zwei Receptions, 50 Yards, ein TD) oder per Lauf durch Miles Gaskin (16 Carries, 57 Yards) – die Dolphins kamen in die Endzone der 49ers. Und wenn sie doch gestoppt wurden, war Kicker Jason Sanders zur Stelle. Die Freude die der 37-jährige Veteran Fitzpatrick ausstrahlt, steckt eindeutig auch seine Mannschaft und die Zuschauer an. Fitzmagic in Hochform bleibt für alle Zeit wahrlich magisch, Preston Williams (vier Receptions, 106 Yards, ein TD) und Mike Gesicki (fünf Yards, 91 Yads) sorgten für den größten Raumgewinn auf Seiten der Fins. Bobby McCain und wieder einmal Xavien Howard sorgten für die zwei Picks.

Auf der Gegenseite gab Jimmy Garoppolo sein Comeback, konnte aber seinen Rost definitiv nicht abschütteln und fiel nur durch zwei Picks (7/17, 77 Yards) auf. 49ers Coach Kyle Shanahan nahm Jimmy G zur Pause aus dem Spiel und ersetzte ihn durch C.J. Beathard (9/18, 94 Yards, ein TD). Dadurch ging auch nicht viel mehr, aber immerhin kam man noch zu einem Touchdown. Viel mehr positives gibt es nicht zu berichten. Bei den 49ers ist ordentlich der Wurm drin, die vielen Ausfälle auf allen Seiten des Footballs machen sich deutlich bemerkbar. Dennoch darf man sich als Super Bowl-Team nicht von den Miami Dolphins zu Hause so vorführen lassen. Tatsächlich haben die Dolphins und die 49ers nach fünf Spieltagen denselben Record: 2-3.

Browns mit viertem Sieg in Folge

Die Partie zwischen den Cleveland Browns und den Indianapolis Colts hielt was sie versprach: Eine starke Defensive auf Seiten der Colts, ein allgemein selbstbewusstes Team auf Seiten der Browns. Cleveland wusste, dass es gegen die beste Defense der Liga wohl nur schwer über das bevorzugte Laufspiel funktionieren würde, blieb dem Credo aber dennoch treu. In Abwesenheit des verletzten Nick Chubb blieb Kareem Hunt (20 Carries, 72 Yards) die Nummer eins im Backfield Clevelands, konnte aber nur mageren Raumgewinn verzeichnen. Es lag also in den Händen von Quarterback Baker Mayfield (21/37, 247 Yards, zwei TDs, zwei INTs), der die Colts über das Passspiel überwinden sollte. Und das geschah auch tatsächlich. Mayfield spielte in der ersten Halbzeit fantastische Pässe, blieb in der Red Zone cool und brachte so sein Team in Führung. Mit Jarvis Landry (vier Receptions, 88 Yards) und Odell Beckham Jr. (fünf Receptions, 58 Yards) hat er bekanntlich auch vier sehr sichere Hände im Team, OBJ sorgte zudem wieder einmal für das Play des Spiels. Landry hingegen fiel im Schlussviertel mit zwei bösen Drops auf.

Cleveland puntete zu Beginn des Schlussviertels zum ersten Mal, was einen Fair-Catch der Colts an der drei Yard-Linie zur Folge hatte. Wie es kommen musste, setzten die Browns Philip Rivers unter Druck und zwangen ihn zu einem Pass ins Niemansland – Intentional Grounding, Safety, zwei weitere Punkte für die Browns. Mayfield spielte in der ersten Halbzeit ausgezeichneten Football, nur um in der zweiten Hälfte einen grausamen Pick und einen weiteren nach einem harten (grenzwertigen) Hit zu werfen.

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Speaking of Interceptions – Philip Rivers (21/33, 243 Yards) warf auch gleich zwei davon, eine trug Ronnie Harrison auch gleich in die Endzone. Der Veteran fand keinen Rhythmus und profitierte hauptsächlich von den Big Plays seiner Defensive in der zweiten Halbzeit. T.Y. Hilton blieb mit sechs Receptions für 69 Yards die Ausnahme. Irgendwie erwartet man sich mehr von einer Rivers-Offensive. Es half nichts, Cleveland gewann schlussendlich verdient mit 32:23. Es war die nächste Talentprobe des Teams von Kevin Stefanski.

Die Browns stehen zum ersten Mal seit 1994 nach fünf Spieltagen bei vier Siegen und einer Niederlage (damals war Bill Belichick noch Head Coach der Browns), die Colts mussten die zweite Niederlage hinnehmen und stehen nun bei 3-2.

Cowboys gewinnen, verlieren aber Prescott

Die Dallas Cowboys mussten im Spiel gegen die New York Giants einen herben Verlust einstecken. Quarterback Dak Prescott (14/21, 166 Yards, eine INT) verletzte sich im dritten Viertel schwer am Knöchel und konnte das Feld nicht selbstständig verlassen. Ein weiterer herber Rückschlag für ein Cowboys-Team, das mit großen Ambitionen in die neue Saison startete. Zum Zeitpunkt der Verletzung führte Dallas knapp mit 24:23. Andy Dalton (9/11, 111 Yards) übernahm zwangsläufig und machte zunächst wenig – konnte aber mit einem perfekten Schluss-Drive aus der eigenen Hälfte ein Field Goal für Zuerlein vorbereiten. Der Kicker blieb cool und verwandelte zum 37:34 Sieg.

Dabei tat sich Dallas zumindest zu Beginn schwer. Zwar kam man durch Kicker Greg Zuerlein zu den ersten Punkten der Partie, dennoch waren es die Giants um Quarterback Daniel Jones (20/33, 222 Yards), die durch Evan Engram (eine Reception, 16 Yards), per Pick Six durch Kyler Fackrell und durch Kicker Graham Gano zu einer 17:3 Führung kamen. Die Cowboys antworteten mit Touchdowns durch Zeke Elliott (20 Carries, 91 Yards, zwei TDs) und Anthony Brown, der nach einem Sack von DeMarcus Lawrence das Ei von Daniel Jones aufnehmen konnte. So ging es munter weiter, ein Graham Field Goal brachte die Giants wieder in Führung, ein von den Cowboys adaptiertes Philly-Special – bei dem Prescott den Ball in der Endzone fing – sorgte für die 24:20 Pausenführung aus Sicht der Cowboys. Dann kam bald schon Dalton, der mit der Situation überfordert schien und beim Stand von 26:31 das Ei tief in der eigenen Hälfte verlor. Jones und Co ließen sich die Chance nicht nehmen und gingen durch Devonta Freeman (17 Carries, 60 Yards, ein TD) noch einmal in Führung. Das Spiel schien aber nicht aufhören zu wollen, Zuerlein glich zur 2-Minute-Warning per Field Goal aus und verwandelte später noch einmal.

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Ein bitterer Sieg für die Cowboys, in einem Spiel, indem es die nächste Show von CeeDee Lamb gab: Der Rookie fing acht Bälle für 124 Yards. Ob das auch ohne Prescott so bleibt? Man kann es noch nicht sagen. Feststeht aber: Bei Erscheinen dieses Texts, wurde Prescott schon am Knöchel operiert.

Die Giants haben wirklich mit viel Herz gespielt und sich auch einen Sieg verdient, müssen aber weiterhin auf den ersten Erfolg der Saison warten. Wie die Jets steht man bei 0-5, die Cowboys gehen auf 2-3.

Seahawks mit dem Schlusspfiff

Nichts für schwache Nerven war schließlich noch das Nachtspiel zwischen den Minnesota Vikings und den Seattle Seahawks. Der Favorit aus Washington setzte sich mit dem Schlussdrive knapp mit 27:26 durch. Russell Wilson (20/32, 217 Yards, drei TDs, eine INT) war da, wenn man ihn am dringendsten benötigte und konnte das spielentscheidende Fourth Down kurz vor der gegnerischen Endzone dank eines Passes auf DK Metcalf (sechs Receptions, 93 Yards, zwei TDs) erfolgreich beenden. Wilson hatte auch seine Probleme an diesem Abend, warf eine sehr vermeidbare Interception auf Eric Wilson – dennoch spielte er wieder einen erfolgreichen Football. Im starken Regen lief er selbst für 58 Yards und war damit knapp vor Chris Carson (acht Carries, 52 Yards, ein TD) bester Läufer seines Teams.

Die Vikings waren knapp dran, Kirk Cousins (27/39, 249 Yards, zwei TDs, eine INT) führte sein Team früh zu einer deutlichen 13:0 Führung, musste aber mitansehen, wie seine Defensive auch 21 unbeantwortete Punkte zuließ. Adam Thielen stach mit neun Receptions für 80 Yards und zwei Touchdowns hervor. Alexander Mattison (20 Carries, 112 Yards) musste nach einer Verletzung von Dalvin Cook (17 Carries, 65 Yards, ein TD) einspringen und tat sich sehr leicht mit einer schwachen Seattle-Defensiveinheit. Die Seahawks stehen erstmals bei fünf Siegen und keiner Niederlage und gewinnen ihre Spiele Dank Russell Wilson. Die Vikings konnten bisher nur eines der ersten fünf Spiele für sich entscheiden. (Martin Senfter, 12.10.2020)