Inflation kommt aus dem Lateinischen inflare (aufblasen) bzw. inflatio (Aufschwellen).

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Berlin – Die gesenkte Mehrwertsteuer und fallende Energiekosten drücken die deutsche Inflationsrate auf den tiefsten Stand seit über fünfeinhalb Jahren. Die Verbraucherpreise sanken im September um 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte und damit eine Schätzung von Ende September bestätigte. Das war der größte Rückgang seit Jänner 2015. Im August hatte die Teuerung noch bei null Prozent gelegen, im Juli bei minus 0,1 Prozent.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) sind sinkende Preise in der größten Volkswirtschaft der Währungsunion ein Problem, strebt sie doch eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an.

Mehrwertsteuersenkung

Die deutsche Bundesregierung senkt die Mehrwertsteuer von Juli bis Ende 2020 vorübergehend, um Konsum und Wirtschaft in der Coronakrise anzukurbeln. Das wirkt sich auch auf die Preise aus, so Experten.

Auch Österreich senkt die Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte, allerdings nur für bestimmte Branchen wie etwa die Gastronomie und die Publizistik. Einen Effekt auf die Teuerung hatte die Maßnahme hierzulande nicht, die Inflation lag in Österreich im August bei 1,4 Prozent. (Die Europäische Statistikbehörde schlüsselt die Preisentwicklung auf dem Kontinent im August übrigens hier auf.)

Aber zurück zu Deutschland: Während sich Waren im September binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent verbilligten, verteuerten sich Dienstleistungen um ein Prozent. Energie war für die Verbraucher um 7,1 Prozent günstiger zu haben. Im Vorjahresvergleich verringerten sich insbesondere die Preise für Heizöl (minus 39,6 Prozent) und Kraftstoffe (minus 11,4 Prozent). (APA, Reuters, 13.10.2020)